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zwei Hände, die Klemmbrett mit Fragebogen und Stift halten

Mikrogeografische Analyse in der Akzeptanzkommunikation für Netzausbauprojekte

Ein zentraler Baustein der Energiewende in Deutschland ist der Ausbau der Übertragungsnetze. Das Errichten von Stromtrassen durch das ganze Land ist dabei ein Musterbeispiel für akzeptanzkritische Infrastruktur – enormer Umfang gepaart mit hoher Detailtiefe. Es liegt in der Natur von Netzausbauprojekten, dass sie große Betroffenheiten in den jeweiligen Projektregionen auslösen.

Es ist wichtig zu wissen, wie die Menschen ticken.

Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen nicht nur die planerischen und technischen Herausforderungen gelöst werden, auch die Belange der Bevölkerung vor Ort müssen stets mitgedacht werden – von Sorgen hinsichtlich der Sichtbarkeit von Strommasten und möglichen Wertverlusten von Immobilien über Bedenken zu gesundheitlichen Auswirkungen bis hin zu Belastungen während der Bauzeit. Über den gesamten Projektzyklus des Bauvorhabens hinweg sollte verständlich, niederschwellig und konsistent informiert und – wo möglich – die Bevölkerung beteiligt werden.

Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, entwickeln wir seit vielen Jahren für unsere Auftraggeber Grundlagen für kluge strategische Akzeptanzkommunikation. Wir untersuchen die Projektregionen mit einem breiten Spektrum von Instrumenten – von qualitativer und repräsentativer Meinungsforschung über Medienanalysen und Recherchen zum bürgerschaftlichen Engagement bis zu Stakeholder-Analysen und Stakeholder-Netzwerkanalysen.

Im Rahmen eines neuen Netzausbauprojekts der Amprion GmbH haben wir dieses Instrumentarium nun um mikrogeografische Analysen ergänzt.

Keine Region, kein Ort ist wie der andere.

Mit Hilfe mikrogeografischer Daten können wir Strukturen kleinräumig analysieren. Wir setzen sie ein um zu lernen, ob und welche regionalen und lokalen Unterschiede es in den Bevölkerungsgruppen gibt, welche Einstellungen zur Energiewende vorhanden sind, ob es generelle parteiliche Neigungen gibt, wie die Bereitschaft zur Partizipation und die Ansprüche an selbige ausgeprägt sind, wie Menschen kommunikativ erreichbar sind etc.

All diese Erkenntnisse können dann in die Entwicklung einer stringenten, den lokalen Bedürfnissen entsprechenden, adressatengerechten und ressourcenschonenden Kommunikationsstrategie einfließen.

Kluge Kommunikation kommt nicht aus der Schublade sondern aus dem Verstehen von Menschen und ihres Lebensumfeldes.

In Kombination mit den Erkenntnissen aus qualitativen Interviews und repräsentativen Befragungen sowie den Spezifika der Stakeholdernetzwerke und der Medienlandschaft vor Ort ermöglichen diese kleinräumigen Informationen einen noch besseren Zuschnitt von Informations-, Kommunikations- und Partizipationsmaßnahmen auf die Bevölkerung der Projektregion – sei es bei der Wahl der Kommunikationskanäle (analog, digital, face-to-face etc.), der Komplexität und „Flughöhe“ der zu vermittelnden Inhalte oder bei Art und Umfang der Bürger*innenbeteiligung.

Einsatzmöglichkeiten

Mikrogeografische Analysen liefern aussagekräftige Informationen über die Bevölkerung von Projektgebieten, die in dieser Detailschärfe auf kaum einem anderen Weg zu bekommen sind.

Sie sind ein wertvolles Werkzeug für Strategieentwicklung und Kommunikationsplanung, das wir neben dem Infrastrukturausbau (z. B. bei der Erweiterung der Münchener U-Bahn) auch in Projekten für kommunale Versorger bei der Strategieausrichtung und Optimierung der Kommunikationsmaßnahmen sowie kürzlich bei einem Projekt zur Steigerung der Corona-Impfquote eingesetzt haben.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Bereiche, in denen mikrogeografische Analysen eingesetzt werden können, bspw. bei Stadtteilentwicklungsmaßnahmen, Standortentscheidungen (z. B. Ladestationen für Elektrofahrzeuge) und beim Aufbau von regional differenzierten Angeboten und deren Vermarktung.

Datenschutz hat höchste Priorität.

Wie bei allen unseren Analyse-Tools achten wir auch bei der Mikrogeografie streng auf den Schutz persönlicher Daten.

Die mikrogeografischen Daten, die unseren Analysen zu Grunde liegen, sind anonymisierte Wohnumfeldinformationen. Sie entstammen öffentlichen Quellen (Sozialstruktur, Altersstruktur, Bebauungstyp, Gewerbestruktur, Kaufkraft etc.), anonymisierten Datenbeständen großer Unternehmen sowie gleichfalls anonymisierten Marktforschungsdaten.

Auf der feingliedrigsten Ebene werden stets mindestens vier, durchschnittlich sechs Haushalte in einer sogenannten Mikrozelle gebündelt. Daher können Informationen nur einer Mikrozelle zugeordnet werden, niemals nur einem einzelnen Haushalt oder gar einer einzelnen Person.

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