Der vierte Teil der Studie „Einflussfaktoren auf Akzeptanz“ hat es in sich: Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Deutschen hat bereits vom Netzentwicklungsplan, kurz NEP, gehört. Dieses Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen nahezu. Doch der unerwartet hohe Kenntnisstand ist leider nur die halbe Wahrheit. Schaut man nämlich, wer Kenntnis von den Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten hat, mit denen die Entwicklung und Fortschreibung des NEP begleitet werden, dann trifft das nur auf gut die Hälfte der Menschen zu, die Kenntnis vom NEP haben. In der Summe weiß also nur knapp jeder sechste Befragte von den Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten am NEP. Die Auswertung der sozio-demografischen Daten ergab zudem, dass vorrangig Besserverdiener mit hohem Bildungsgrad zu der letztgenannten Gruppe gehören. Das heißt im Klartext: Für ein dermaßen wichtiges Instrument der Energiewende, wie den NEP, der einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens braucht, ist dies eine problematische Erkenntnis, denn das Informations- und Partizipationsangebot erreicht bisher nur die Eliten des Landes. Im zweiten Teil der Studie fragten wir, welche Glaubwürdigkeit Politik, NGOs, öffentliche Verwaltung und Vorhabenträger als Absender von Projektinformationen und Dialogangeboten genießen. Ergebnis: Die geringe Glaubwürdigkeit der Vorhabenträger (44 Prozent) sowie der Genehmigungsbehörden (55 Prozent) überraschte uns mehr als die vergleichsweise hohe Glaubwürdigkeit von NGOs (72 Prozent). Es ist geradezu besorgniserregend, dass ausgerechnet diejenigen, die die Projekte am besten kennen (Vorhabenträger) sowie die „Hüter“ der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren (Genehmigungsbehörden) die geringste Glaubwürdigkeit bei den Bürgerinnen und Bürgern genießen.

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