Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung für Akzeptanz. Im dritten Teil unserer Studie „Einflussfaktoren auf Akzeptanz“ weisen wir jedoch ein tiefsitzendes und facettenreiches Misstrauen der repräsentativ Befragten gegenüber Vorhabenträgern, Politik und Verwaltungen nach. Beim Netzausbau spielt das Thema „mögliche Gefahren durch elektro-magnetische Felder“ oft eine wichtige Rolle in der Debatte – Grund für uns, genauer hinzuschauen: Bei diesem Reizthema werten zwei Drittel der Befragten („stimme zu“ + „stimme eher zu“) die geltenden Grenzwerte als Kompromiss zwischen Politik und Wirtschaft zu Lasten der Bevölkerung – nur ein Drittel („stimme eher nicht zu“ + „stimme nicht zu“) sieht darin den Stand der Wissenschaft dokumentiert. Dieses Meinungsungleichgewicht findet sich auch wieder, wenn gefragt wird, ob Vorhabenträger, Politik und Verwaltungen ihren Wissensvorsprung nutzen, um Projekte auch gegen den Willen der Betroffen durchzusetzen; Mehr als die Hälfte aller Befragten lehnt die Aussage ab „Im Zusammenhang mit Bürgerbeteiligung, Transparenz und Akzeptanz hat sich das Verhalten von Vorhabenträgern, Politik und Verwaltungen in den letzten Jahren deutlich verbessert“. Wie ein negativer Summenstrich erscheint deshalb auch die Zustimmung von 61 Prozent der Befragten zur Aussage, dass die „bisherigen Aktivitäten für mehr Bürgerbeteiligung, Transparenz und Akzeptanz nicht ehrlich gemeint“ sind.

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