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Online- oder Telefonbefragung? – Ein Methodenvergleich

Das Instrument der Markt- und Meinungsforschung gehört für uns zum Standardrepertoire bei vielen Projekten. Deshalb setzen wir uns auch immer wieder intensiv mit aktuellen methodischen Fragestellungen auseinander.

Vor einigen Jahren noch galten telefonisch geführte Interviews (CATI – Computer Assisted Telephone Interview) als der Goldstandard bei repräsentativen empirischen Befragungen. „Online“ hingegen war „quick and dirty“. Das hatten wir doch schon einmal – alte Hasen werden sich erinnern. In den 1970er und 80er Jahren ging es um persönlich-mündlich geführte Interviews (Goldstandard) versus den damaligen Neuling „CATI“. Aber wo stehen wir beim Thema Methoden der „repräsentativen Bevölkerungsbefragung“ heute?

CATI – Telefonbefragung

Telefonisch durchgeführte Befragungen sind immer noch vorherrschend und das hat seine Berechtigung: Denn deren Stärken sind qualitativ hochwertige Stichproben (Stichwort: ADM-Sample), ein flexibler geografischer Zuschnitt (von BRD-gesamt bis hin zu einzelnen, auch kleinen Gebieten) sowie eine mögliche Kontrolle der Interviewer (jedes seriöse Institut bietet seinen Kunden an, bei den Interviews mit „reinzuhören“). Die Schwierigkeiten der CATI liegen aber darin, dass erstens das Telefonbuch alleine schon lange keine verlässliche Stichprobenbasis mehr ist und zweitens die verbreitete Handynutzung den Instituten das Leben auch nicht leichter macht. Drittens leiden Telefonbefragungen – wie andere Methoden auch – unter der schwindenden Erreichbarkeit und mangelnden Teilnahmebereitschaft der Zielpersonen.

Online-Befragung

Online durchgeführte Befragungen hingegen haben mit den Themen Erreichbarkeit und Bereitschaft weniger Probleme. Das liegt an einem anderen Grundsetting: Während bei CATI die gut 41 Millionen Haushalte in Deutschland die Stichprobengrundlage bilden, gehen Onlinebefragungen meist zweistufig vor. Zuerst wird ein Pool von Menschen angeworben, die sich grundsätzlich bereit zeigen, an Umfragen teilzunehmen. Das sind, je nach Institut, typischerweise 20.000 bis 60.000 Personen. Die hierbei nicht final geklärte Frage lautet: Repräsentiert diejenige Person, die dort mitmacht, noch den Durchschnitt der Bevölkerung, oder weicht sie nicht eher davon ab (vor allem auf der Einstellungsebene)? Auch kleinräumig wird es schwierig: So beeindruckend sich ein Pool von z. B. 50.000 Menschen für eine BRD-weite Befragung anhört, so bleiben davon z. B. für eine Befragung in Leipzig noch 300 bis 400 potentielle Teilnehmer übrig. Unbestritten sind allerdings die Kosten- und Geschwindigkeitsvorteile von Onlineumfragen.

Beim Vergleich „CATI oder Online?“ gibt es also kein „Schwarz oder Weiß“, sondern das Fazit muss lauten „Es kommt darauf an“.

Wir diskutieren diese Fragen deshalb – neben vielen anderen – mit unseren Kunden immer sehr ausführlich unter dem Stichwort „Forschungsdesign“. Und um ein hohes Qualitätslevel bei online wie telefonisch durchgeführten Befragungen garantieren zu können, arbeiten wir vorrangig mit Mitgliedsinstituten des ADM e. V. zusammen.

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