Die Auftaktbefragung 2013 vom Januar liefert eine weitere Bestätigung für die von uns definierte „Partizipationskluft“. Die Bereitschaft sich zu engagieren nimmt im Vergleich zu den Vormonaten zwar leicht ab, bleibt aber weiter auf hohem Niveau.

Auf der anderen Seite verzeichnen wir ein massives Misstrauen der Befragten gegenüber den Akteuren aus Politik, Verwaltung und Unternehmen in Bezug auf die veröffentlichten Projektdaten und -prognosen. 72 Prozent der Befragten artikulieren ihr Misstrauen in Bezug auf die vorgelegte Datenbasis der Projekte. Erschwerend hinzu kommt, dass mehr als 80 Prozent der Befragten der Meinung sind, Unternehmen, Politik und Verwaltung würden nur so viel Informationen zu Projekten herausgeben, wie unbedingt nötig sei. Dieses Ergebnis stützt die Befunde unserer vorangegangenen Studien und macht deutlich, dass deren Resultate keine singulären Effekte abgebildet haben.

Diese fundamentale Skepsis stellt eine hohe Aktionsbarriere für diejenigen dar, die grundsätzlich bereit sind, sich zu engagieren. Die spannende Frage ist, welchen Effekt diese Diskrepanz hat. Dabei sind zwei Szenarien denkbar: Entweder verstärkt das große Misstrauen die Aktionsbereitschaft oder es führt zu mehr Resignation und damit mittelfristig verbunden zur Abnahme der Bereitschaft sich zu engagieren.

Im Hinblick auf die Wahlen in diesem Jahr, die Umsetzung der Energiewende und die mediale Aufbereitung des Themas Akzeptanz wird es interessant sein zu beobachten, wie sich die Einstellungen in den kommenden Monaten entwickeln.

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