Die Bereitschaft der Deutschen, sich im Zuge eines Projektes zu engagieren, nimmt aktuell zu. Das hat unsere Februarstudie ergeben. Den aktuellen Umfrageergebnissen nach sind 58 Prozent aller Deutschen bereit, sich für oder gegen privatwirtschaftliche oder öffentliche Vorhaben zu engagieren, seien es zum Beispiel der Bau von Windparks, Straßen oder Stromleitungen. Im Januar hatte dieser Wert bei 49 Prozent gelegen.

Der hohe Bereitschaftsgrad für bürgerschaftliches Engagement kommt nicht von ungefähr. Der Umstand, dass die öffentliche Diskussion zum Themenkreis Akzeptanz und Partizipation weiterhin stark durch Projekte wie Stuttgart 21 oder den Berliner Flughafenbau geprägt ist, trägt zweifellos dazu bei. Wir wissen aber auch aus unseren Studien, dass die Größe eines Projektes nur eine untergeordnete Bedeutung bei der Frage hat, wie wichtig Akzeptanz und Partizipation für das Gelingen dieses Vorhabens sind.

Doch nicht nur die Bereitschaft der Bevölkerung, sich im Zuge von Projekten zu engagieren, ist konstant auf hohem Niveau: Die von uns definierte Partizipationskluft manifestiert sich als gesamtgesellschaftliches Phänomen. Denn bei den Befragten steht dem hohen Aktionspotenzial nach wie vor eine pessimistische Einschätzung der eigenen Rolle in der Gesellschaft und der eigenen Möglichkeiten gegenüber, seiner Meinung Gehör zu verschaffen. Das ist ein besorgniserregender Befund für eine Bürgergesellschaft, dessen Bedeutung weit über die Frage hinausgeht, wie man in Deutschland Infrastrukturprojekte künftig planen und umsetzen soll.

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