Wenn sich Städte als Kulturhauptstadt bewerben...

Leserbrief von M. Drevermann und K. Hitschfeld zum Artikel „Macht es wie Halle…“

Dieser Leserbrief ist eine Reaktion auf den Artikel „Macht es wie Halle“ von Gerhard Matzig, erschienen in der Süddeutschen Zeitung vom 22. Juni 2017. Den Artikel können Sie hier lesen.

Leserbrief

Macht es  n i c h t  wie Halle….

Sicher,

wer für ein Jahr Kulturhauptstadt, Kulturinstitute schröpft, alles Kulturgeld verbrennt und am Ende über Jahre mit leeren Taschen da steht, hat Nachhaltigkeit nicht wirklich verstanden.

gibt es Handlungsreisende in Sachen Beratung Kulturhauptstadt, die Austauschbares verkaufen, den Wert der Bewerbung nehmen, die die Städte zu wenig kennen, um die Besonderheiten von Bewerbungsthematiken und Bewerbungsstrategien zu unterstützen und mit Blaupausen durch die Lande ziehen.

gibt es hier und da die Neigung Strukturpolitik mit Event zu verwechseln und anstatt das Produkt zu entwickeln, einen Titel mit Wunderkerzen zu vermarkten.

Öffentliches Geld für solche Missverständnisse zu verschleudern, anstatt eine Haltung zur Zukunft zu entfalten, ist fragwürdig. Dann bitte lieber die Kulturinstitute stärken, sie geben der Stadt viel dafür zurück, sogar Vermarktbares.

Aber,

es gibt Städte, die sich im Wettbewerb um den Titel “ Kulturhauptstadt“ Stadtentwicklung vornehmen , zentrale Fragen der kommenden Jahre aufgreifen und gemeinsam daran arbeiten, beispielhaft Lösungen zu entwickeln,

es gibt Städte, die für Europa und darüber hinaus bedeutsame Zukunftsthemen auf die Agenda setzen und mithilfe von Kunst und Kultur die Köpfe und Herzen der Bürger ihrer Stadtgesellschaft und den Dialog selbiger in Bewegung setzen wollen und können.

Um Europas Zukunft Willen, lasst die Städte weiter an der Kulturhauptstadt arbeiten, lasst die besten Ideen zum Zuge kommen, Ideen, die vielleicht nicht mehr vorrangig auf die gebaute Umwelt abzielen, sondern auf die Werte, die Europa in so einmaliger Weise bereits in der Aufklärung zu nennen in der Lage war.

….Ideen, die vielleicht nicht mehr vorrangig auf gebaute Umwelt und/oder singuläre Kulturereignisse abzielen, sondern auf die Werte, die Europa in so einmaliger Weise bereits in der Aufklärung zu nennen in der Lage war und die eine dringende Übersetzung in unsere heutigen Demokratien brauchen. Unsere Diskurse, unsere Verwerfungen, unsere Herausforderung spiegeln sich vorrangig in unseren Stadtgesellschaften wider. Mit diesen Themen anspruchs- und lustvoll umzugehen, den Einzelnen mitnehmend, Beängstigendes erklären – welch wunderbare Aufgabe für eine Kulturhauptstadt

Gute und begeisternde Themen, die im Übrigen den Anspruch auf Nachhaltigkeit erfüllen, zu finden scheint also nicht schwer. Ihre Ausformung und Gestaltbarkeit ist gleichwohl anspruchsvoll.

Durch Beiräte, Berater und andere kluge Köpfe ist eine solche Bewerbung allein nicht vorzubereiten. Vielmehr muss erwartet werden, dass Konzepte der Beteiligung von Stadtgesellschaften schon im Vorfeld einer Bewerbung auf dem Plan stehen.

Lasst doch bitte die europäische Geschichte auch in Zukunft weitererzählen, stellt Bedingungen an Themen und Nachhaltigkeitskonzepte. Aber begrabt nicht eine gute Idee, stellt besser Anforderungen wie erst Produkte entwickeln, dann das Vermarktungskonzept anlegen oder erst die Beteiligung der Stadtgesellschaft und dann die Experten….

Macht es nicht wie Halle… , das Thema war nicht einmal übel, aber vielleicht war das Herangehen verbesserungsbedürftig.

Marlis Drevermann                                     Katharina Hitschfeld

Kultur.Schaffen                                              Hitschfeld Büro für strategische Beratung

 

 

Am Puls der Zeit: 20 Jahre Strategie-Büro Hitschfeld

Von Mr. „Leipzig kommt“ zum erfolgreichen Unternehmensberater: 20 Jahre Strategie-Büro Hitschfeld

Er gab den Leipzigern den Glauben an sich selbst zurück: Vielen dürfte Uwe Hitschfeld noch als Mr. „Leipzig kommt“ in Erinnerung sein. … 1996 verließ er überraschend das Rathaus und machte sich als Unternehmensberater selbständig. Er gründete das „Hitschfeld Büro für strategische Beratung“, das seit nunmehr 20 Jahren erfolgreich am Markt agiert.

Zum Artikel der Leipziger Volkszeitung…

Büro Hitschfeld im Gespräch mit Jörg Weber/Amprion GmbH

Jörg Weber ist Projektsprecher, unter anderem für die Projekte Reutlingen – Herbertingen und Wullenstedten – Niederwangen, bei der Amprion GmbH, einem der vier großen Übertragungsnetzbetreiber Deutschlands und arbeitet seit nunmehr fünf Jahren eng mit dem Büro Hitschfeld zusammen.


Name              Jörg Weber
Alter                
44     
Wohnort        
Werne an der Lippe
Beruf              
 Redakteur beim Radio
Tätigkeit         
Projektsprecher der Amprion GmbH
Hobbys            
grillen, Karneval, reisen und Ski fahren


…Jetzt mal ehrlich, diese Diskussion um Bürgerbeteiligung und Akzeptanz – ist das nicht ein Trend, der bald wieder von der nächsten Sau abgelöst wird, die durch unser virtuelles Dorf getrieben wird?

„Das glaube ich nicht, im Gegenteil. Die Möglichkeiten der heutigen Informationsgesellschaft sind insbesondere durch das Internet so vielfältig geworden, sich über ein Thema zu informieren… Das stellt auch die Kommunikation von Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass sie frühzeitig über ein Projekt in ihrem Lebensumfeld informiert und beteiligt werden. In meinem beruflichen Bereich des Netzausbaus heißt das, wir nehmen die Menschen von Beginn an mit und begleiten das Projekt kommunikativ mit Dialogangeboten bis zum Ende mit der Bauphase und Inbetriebnahme einer Stromleitung. Früher sind die Bürger vielleicht in die Stadtbücherei gegangen und haben in der Naturwissenschaftlichen Abteilung das Buch ‚Der elektrische Strom‘ dazu gefunden, heute geben sie bei Google den Suchbegriff ‚Stromleitung‘ ein und bekommen innerhalb einer halben Sekunde rund 625.000 Suchergebnisse geliefert. Da kommen jede Menge Fragen auf. Eine gute Bürgerbeteiligung schafft nicht unbedingt Akzeptanz, aber sie beantwortet Fragen und erreicht damit Toleranz gegenüber dem Projekt und dem Vorhabenträger.“

…Allzu viel ist ungesund! Überfordern wir die Bevölkerung mit immer mehr und immer neuen Angeboten von Partizipation und Aufrufen zu bürgerschaftlichem Engagement?

„Es ist ja immer nur die Möglichkeit sich zu beteiligen und keine Pflicht. Das hängt im Wesentlichen vom Grad der Betroffenheit ab. Wer sich betroffen fühlt, beteiligt sich in der Regel auch. Wichtig ist, dass man für jeden Typ das richtige Angebot parat hat. Neben der klassischen Kommunikation über Broschüren und Briefwechsel bis hin zum Newsletter, Twitter oder Dialogportal mit Eingabemöglichkeit.“

…Wo ist das Problem? Warum ist es eigentlich so schwierig, mit Bürgerinnen und Bürgern sachlich und konstruktiv in einen Dialog zu kommen?

Wichtig ist, dass man mit den Menschen auf Augenhöhe spricht, ihre Anliegen aufnimmt und sie vor allem ein Feedback zu ihren Anregungen bekommen. Es geht bei Bürgerbeteiligung meistens nicht um „Wünsch Dir was“, sondern um „so ist es“. Deshalb ist ein offener und transparenter Dialog entscheidend für den Erfolg.

…Was das kostet! Können wir uns den ganzen Aufwand überhaupt leisten, den wir mit Information, Bürgerbeteiligung und Akzeptanzmanagement heute treiben?     

„Gute Kommunikation kostet Geld und Zeit, aber wenn Sie erfolgreich ist, spart sie auch Geld und Zeit. Nur werden diese eingesparten Faktoren z.B. für nicht durchgeführte Klagen oder Gerichtsprozesse dann nicht mehr sichtbar. Ansonsten sollten Aufwand und Kommunikationsbedarf immer in Relation zum Projekt stehen. Beim Netzausbau erfordert ein Neubau auf grüner Wiese deutlich mehr Kommunikation als ein Ersatzneubau einer bereits seit 90 Jahren vorhandenen Leitung.“

…Und wann ist man erfolgreich?  Wann ist – aus Ihrer Sicht – Bürgerbeteiligung tatsächlich gelungen?

„100-prozentige Zustimmung von allen und jedem bekommen Sie heute nicht mehr, aber die Kommunikation zu einem Projekt ist aus meiner Sicht erfolgreich, wenn es keine großartigen Verzögerungen gibt und das Projekt am Ende umgesetzt wird.“

Und dann hätten wir noch ein paar persönliche Fragen: Unterscheiden Sie zwischen Erfolg und Zufriedenheit?

„Ja ich unterscheide beides, denn ich bin schon zufrieden, wenn ich abends am Grill stehe oder der HSV ein Fußballspiel gewinnt… aber die Frage, ob beruflicher Erfolg zufriedener macht, hängt nicht immer von einem selbst ab.“

Was wären Sie gern (beruflich), wenn Sie nicht das wären, was Sie heute sind?

„Pilot.“

Welches Hobby hätten Sie gern (das Sie heute nicht ausüben)? 

„Fliegen.“

Herr Weber, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Evaluierung der Projektkommunikation

Evaluierung der Kommunikation von Infrastrukturprojekten

Eine strukturierte und dialogorientierte Projektkommunikation ist ein wesentlicher Baustein für Akzeptanz und Projekterfolg.

Gerade bei langlaufenden Projekten ist eine regelmäßige Evaluierung der Projektkommunikation als Mittel zur Legitimitätssicherung, als Grundlage für ggf. erforderliche Maßnahmen zur Optimierung des Projekts und – nicht zuletzt – als Maßnahme der präventiven Krisenkommunikation ein wichtiges, strategisches Instrument.

Seiner Anwendung steht oft die Ressourcenknappheit entgegen: der zu treibende konzeptionelle Aufwand, der Zeitbedarf und nicht zuletzt das erforderliche, oft nicht unerhebliche Budget. Das Büro Hitschfeld bietet deshalb projektbegleitende Evaluierung von Projektkommunikation künftig auch als „Multi-Client-Projekt“ an. Für ähnlich gelagerte Projekte, zwischen denen es keine Konkurrenz gibt, werden die zentralen, für die Evaluierung relevanten Eckpunkte standardisiert, mit projektspezifischen Elementen kombiniert und ausgewertet.

Damit kann der Aufwand für die projektbegleitende Evaluierung erheblich gesenkt werden – ohne die Aussagekraft der Ergebnisse zu beeinträchtigen.

Bei einer Multi-Client Studie werden mehrere Auftraggeber „gepoolt“, um sich an einer Untersuchung zu beteiligen. Eine solche Untersuchung besteht aus einem gemeinsamen Fragen-/Erhebungsset, das aber für jeden Auftraggeber regional spezifisch erhoben wird. Ggf. kann dieses, für alle Teilnehmer gemeinsame, Fragenset um individuelle Fragestellungen erweitert werden.

Die Teilnehmer an einer Multi-Client-Untersuchung wissen voneinander nur, wenn sie dies ausdrücklich genehmigen. Die erforderlichen Abstimmungen mit jedem Teilnehmer erfolgen jeweils bilateral zwischen dem projektdurchführenden Dienstleister (Büro Hitschfeld) und dem jeweiligen Teilnehmer und sind vertraulich.

Jeder Teilnehmer erhält „exklusiv“ seine Daten und Ergebnisse, ohne dass die weiteren Teilnehmer davon Kenntnis bekommen.

Nach Absprache können die Ergebnisse, z. B. im Rahmen eines Workshops untereinander ausgetauscht und verglichen werden. (Dies kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn keine Wettbewerbssituation der Teilnehmer untereinander besteht.)

Multi-Client-Studien bieten sich deshalb immer an, wenn hochwertige Ergebnisse bei reduziertem Kostenaufwand erzielt werden sollen.

 

Interesse? Gern erläutern wir Ihnen unseren Ansatz ausführlich.

Gewandhaus setzt auf Tradition der Moderne

Andris Nelsons “Musik muss die Welt ein Stück besser machen“, sagt der designierte und künftige 21. Gewandhauskapellmeister bei der Vorstellung des Programmes zum 275jährigen Jubiläum des Gewandhausorchesters. Brücken wird es schlagen, dieses Programm, mit diesen begeisterten und begeisternden Machern. Ein neuer Wind soll die Begeisterung für Musik in die Leipziger Stadtteile und in die Welt tragen.

Zum Artikel der Leipziger Volkszeitung…