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Grafik zur WM-2026-Kicktipp-Runde im Büro: Die KI-Mitspielerin KikiKI führt die Tabelle vor Judith, Marc und weiteren Mitspielenden an.

Kicktipp mit KI: Was ein Tippspiel über Claude Code verrät

Bei uns im Büro läuft seit Beginn der WM 2026 eine Kicktipp-Runde. Nach den ersten beiden Tagen lag noch ein menschlicher Mitspieler vorn – doch schon am Ende des ersten Spieltags übernahm eine Mitspielerin die Führung, die nie ins Büro kommt: KikiKI. Der Name verrät es schon: Statt aus dem Bauch zu tippen, nutzt sie Claude, das vor jedem Spieltag aktuelle Daten auswertet – Formkurven, direkte Duelle, Verletzungen, drohende Sperren,…

Grafik zur WM-2026-Kicktipp-Runde im Büro: Die KI-Mitspielerin KikiKI führt die Tabelle vor Judith, Marc und weiteren Mitspielenden an.

Dass eine KI mehr Daten verarbeiten kann als ein Mensch, ist keine Neuigkeit. Spannender ist, was der Blick auf die Tabelle tatsächlich zeigt: Die menschliche Zweitplatzierte liegt nicht weit zurück – weil auch sie sich, ganz ähnlich wie die KI, an Quoten und Wahrscheinlichkeiten orientiert. Zwei bis drei verpasste Tipps zu Beginn hätten den Abstand noch kleiner gemacht – oder sogar zu einer Führung geführt.

Was den Unterschied ausmacht, ist etwas anderes: dass man die KI überhaupt fragt. KI-Apps wie Claude denkt manchmal um Ecken, die man selbst nicht einschlägt – es bringt Gesichtspunkte ins Spiel, an die man nicht gedacht hätte, weil man als Mensch schnell bei dem landet, was man eh schon weiß. Genau das ist der eigentliche Wert: nicht die Datenmenge, sondern die unerwartete Perspektive.

Das erleben wir auch in der Projektarbeit. Als wir im Team eine Erreichbarkeits-Matrix erarbeitet hatten – welche Zielgruppen lassen sich mit welchen Formaten und Instrumenten ansprechen? – haben wir anschließend die KI dieselbe Einschätzung vornehmen lassen. Die Abweichungen waren nicht groß. Aber der Vergleich schärfte unsere eigene Einschätzung: Was haben wir übersehen? Welche Standpunkte haben wir nicht bedacht? Die KI ersetzt das eigene Urteil nicht – sie fordert es heraus.

Und genau darin liegt die eigentliche Botschaft: Claude (Code) entfaltet seine Stärke nicht, wenn man es mit Standardfragen füttert, die man auch selbst beantworten könnte. Die eigentliche Lektion aus dem Tippspiel ist weniger die Tabelle als die Haltung dahinter: einfach ausprobieren, auch mit komplexeren Aufgaben, und schauen, was die KI zurückwirft – manchmal Erwartbares, manchmal eine Perspektive, auf die man selbst nicht gekommen wäre. Das gilt für Kicktipp genauso wie für die Frage, wen man mit welcher Botschaft wie erreicht.

Genau hier liegt die eigentliche Stärke: nicht in der KI allein, sondern im Zusammenspiel mit eigenem Sachverstand und Erfahrung. Als Sparringspartner gibt sie Impulse, öffnet neue Perspektiven und fordert Einschätzungen heraus – im Tippspiel genauso wie in der Projektarbeit.

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