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Amprion-Workshop in Münsingen: Dr. Monika Friedrich vom Büro Hitschfeld blickt zurück auf die erfolgte Öffentlichkeitsbeteiligung und Projektkommunikation. Foto: Niklas Tenberge/Amprion.

Projektkommunikation und Partizipation beim Amprion-Netzausbau

Übertragungsnetzbetreiber Amprion zieht Bilanz aus Anlass des Baubeginns Reutlingen-Herbertingen

Die genaue Kenntnis des Projektraums, der Aufbau und die Steuerung einer angemessenen, projektspezifischen Kommunikations- und Partizipationsstrategie sind entscheidende Erfolgsfaktoren für Projekte. Auch und gerade bei den Projekten zum Ausbau des deutschen Stromübertragungsnetzes.

Beim Vorhaben unseres langjährigen Kunden Amprion, der „Verstärkung der 380-kV-Freileitung von Reutlingen nach Herbertingen“, wurde aus Anlass des Baubeginns mit einem Workshop mit Vertretern von Regierungspräsidien und Energiereferaten in den Länderministerien von Baden-Württemberg und Bayern auf der Schwäbischen Alb dazu Bilanz gezogen.

Das vorhergehende Planungs- und Genehmigungsverfahren war erfolgreich. Es konnte in relativ kurzer Zeit und klagefrei abgeschlossen worden. Ein wichtiger Grund dafür ist auch eine umfangreiche fundierte Projektkommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung. Dafür ist Amprion mit dem Büro Hitschfeld einen neuen Weg gegangen. Erstmals wurde das von unserem Büro entwickelte Analyse- und Planungstool PCE (Public Consensus Engineering) als Basis für die Projektkommunikation, die Bürgerbeteiligung und das Akzeptanzmanagement vorgeschaltet.

Für Amprion war es damit möglich, dieses Vorhaben aus möglichst vielen Perspektiven mit möglichst vielen Analyseinstrumenten gleichzeitig zu betrachten und damit eine stabile Informationsbasis über das Projektgebiet und seine Besonderheiten zu schaffen. Die darauf aufsetzende Kommunikationsplanung wurde im Laufe des Prozesses regelmäßig präzisiert, fortgeschrieben und einem laufendenden Monitoring unterworfen.

Für uns, das Büro Hitschfeld, war das Projekt „Reutlingen-Herbertingen“ der erste Anwendungsfall unseres Tools PCE, das wir seit dem weiterentwickelt und allein bei über 10 Netzausbauprojekten deutschlandweit eingesetzt haben. Wir bedanken uns bei Amprion für das Vertrauen und den Mut, unser damals brandneu entwickeltes Tool bei diesem Vorhaben einzusetzen!

 

Public Consensus Engineering (PCE): Was man damit machen kann | Büro Hitschfeld

Strategisches Akzeptanzmanagement mit Public Consensus Engineering (PCE)

Mit dem modular aufgebauten PCE haben wir ein Analyse- und Planungsinstrument für akzeptanzkritische Projekte entwickelt und in verschiedenen Bereichen, vornehmlich der Infrastruktur, deutschlandweit und darüber hinaus erfolgreich genutzt. Denn: Um zu wissen, was bei einem Projekt die richtigen Maßnahmen und das richtige Maß sind, muss man vorher die Situation und die Zielgruppen bzw. Menschen genauer in den Blick nehmen.

Der Einsatz der PCE-Bausteine und ihre Auswertung ermöglichen mehr Wissen und ein besseres Verständnis der Situation, der Zielgruppen und der Bedingungen, die vor Ort für Projekte zu beachten sind. Wir vertiefen diese Erkenntnisse – wo immer sinnvoll – durch die Verknüpfung mit Mikrogeografie und Milieubetrachtung.

Konkret: Unsere Analysen generieren Wissen und Zusammenhänge über die, deren Akzeptanz man will – Bevölkerung, Stakeholder, natürliche und juristische Personen etc.

Der Ertrag: Wir kennen und verstehen sie besser. Das ist notwendig, weil man nur mit guter Kenntnis über die Betroffenen und Beteiligten planen und entwickeln kann, was man tun und lassen sollte, um ihre Akzeptanz zu gewinnen und zu sichern.

PCE schafft konkreten Mehrwert, indem wir:

  • Zielgruppen greifbar machen. Wir räumen auf mit schwammigen Begriffen wie „Stakeholder“, „die Wirtschaft“, „die Politik“, „die Wähler der Partei X“, die sozial schwache Bevölkerung“, etc. Wir nennen relevante Politiker und Organisationen beim Namen, so dass man sie ansprechen kann. Wir zeigen, wo bestimmte Bevölkerungsgruppen leben, so dass man sie erreichen kann.
  • Orientierung und eine fundierte Strategie zur Akzeptanzgewinnung schaffen, die Aussicht auf Erfolg hat. Ohne das Wissen ist die Gefahr groß, dass man entscheidende Erfolgsbedingungen und Fallgruben übersieht.
  • Prioritäten setzen. Denn durch unsere Analysen wissen wir, wer oder was mehr oder weniger wichtig ist, Schlüsselfunktionen hat, Multiplikator oder Influencer ist. So können wir die vorhandenen Ressourcen effektiv einsetzen.
  • Relevanz und Unterschiede erkennen. Wir identifizieren relevante Teilgruppen und analysieren, was sie von anderen unterscheidet. Nach sinnvoller Segmentierung können auf die Segmente zugeschnittene Maßnahmen entwickelt werden, statt mit dem untauglichen Versuch zu scheitern, für alle dieselbe Botschaft senden zu wollen.
  • Argumentarien entwickeln. Damit können wir auf die aus Sicht der Zielgruppen wirklich wichtigen Fragen punktgenau eingehen – weil man aus Befragungen weiß, was den Menschen wichtig ist.
  • Überzeugend formulieren. Denn wir können ableiten, wie man einzelne Zielgruppen ansprechen sollte. Ohne dieses Wissen findet man nicht die richtige Sprache und den richtigen Ton, überfordert oder unterfordert, weckt falsche Assoziationen und Interpretationen und verscherzt sich damit die knappe Bereitschaft der Menschen, offen zuzuhören und sich einzulassen.
  • Nutzen erkennen und vermitteln. Das ist wichtig, weil Akzeptanz nach Nutzen fragt. Nutzen aber liegt im Auge des Betrachters und kann nur erkannt werden, wenn man Meinungen, Bedürfnisse und Bedarfe kennt.

Somit bildet PCE die Basis für eine fundierte Strategie zur Gewinnung und Sicherung von Akzeptanz. Die zahlreichen generierten Planungsdaten ermöglichen ein überlegtes, rationales, nachvollziehbares und überprüfbares Vorgehen.

Netzausbau: Erster Spatenstich beim Amprion Projekt Reutlingen-Herbertingen mit Büro Hitschfeld

Netzausbau: Erster Spatenstich beim Amprion-Projekt Reutlingen-Herbertingen

Vergangene Woche begannen die Bauarbeiten für das Netzausbauprojekt 24 des Bundesbedarfsplangesetzes BBPlG mit dem symbolischen ersten Spatenstich. Dieses Vorhaben ist unter mehreren Gesichtspunkten etwas Besonderes: Es ist nicht nur ein „Project of Common Interest“ der Europäischen Union (PCI) bei der Erreichung der gemeinsamen europäischen energiewirtschaftlichen Ziele, d.h. es hat eine besondere Bedeutung bei der Schließung der Lücken in der europäischen Infrastruktur und findet auch internationale Beachtung. Es ist auch das erste Projekt, das wir von Anfang an für Amprion begleitet haben: Die grundlegende Umfeldbetrachtung nach unserer PCE-Methodik als Basis für die Entwicklung einer umfassenden, projektbezogenen Kommunikations- und Partizipationsstrategie trug mit dazu bei, dass das zuständige Regierungspräsidium Tübingen auf ein separates Raumordnungsverfahren verzichtete, was die Genehmigungsphase verkürzte. Die vielfältigen und umfangreichen Kommunikations- und Beteiligungsaktivitäten definierten einen Standard für Bürgerbeteiligung bei Amprion. Jetzt – ca. fünf Jahre nach Projektstart – erfolgte auf der Schwäbischen Alb der erste Spatenstich. In den kommenden zwei Jahren werden auf der bereits seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts existierenden 380-kV-Strecke die Masten ersetzt und ein zweiter 380-kV-Stromkreis aufgebracht. Wir gratulieren Amprion zum erfolgreichen Abschluss der Planungs- und Genehmigungsphase und wünschen eine erfolgreiche, fristgerechte Bauzeit.

Planfeststellungsbeschluss für 380-kV-Leitung Reutlingen-Herbertingen erlassen

Planfeststellungsbeschluss für 380-kV-Leitung Reutlingen-Herbertingen erlassen

Kurz vor Weihnachten hat das Regierungspräsidium Tübingen den Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung einer 380-kV-Höchstspannungsfreileitung von Reutlingen nach Herbertingen in Baden-Württemberg erlassen. Nach knapp vier Jahren Planung, Entwicklung und Dialog mit Experten und Bürgern hatte Amprion als Vorhabenträger für das Energiewende-Projekt im November 2016 die Planfeststellung beantragt.

Hitschfeld-Umfeldanalyse mit PCE war Grundlage für Kommunikationspolitik

Mit einer umfassenden Umfeldanalyse (PCE) war zu Projektbeginn die Grundlage für eine strategische, dialogorientierte Informations- und Kommunikationspolitik gelegt worden, die entsprechend dem Projektfortschritt kontinuierlich fortgeschrieben wurde. Insgesamt fanden über 50 Dialog-Veranstaltungen in der Projektregion statt, weiterhin viele Gespräche, Präsentationen und Ortstermine.

Regierungspräsidium lobt kontinuierlichen Abstimmungsprozess

Der Planfeststellungsbeschluss bescheinigt Amprion entsprechend: „Der frühzeitige und kontinuierliche Abstimmungsprozess des Vorhabenträgers sowohl mit Trägern öffentlicher Belange wie auch mit Bürgern hat wesentlich dazu beigetragen, dass Amprion auch aus unserer Sicht als Planfeststellungsbehörde die am besten geeignete Variante der Trassenführung beantragt hat.“

Amprion kann 2018 mit den Bauarbeiten beginnen. Wir gratulieren herzlich zu diesem Ergebnis und sind stolz darauf, dass wir an diesem Projekt mitarbeiten durften.