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Retentionsfläche für Starkregenereignisse und Grünfläche für Anwohner und Besucher_Beim Leipziger Pilotprojekt kein Widerspruch

Leipziger Pilotprojekt: Retentions- und Grünfläche vereint

Die Stadt Leipzig und die Leipziger Wasserwerke verfügen nach einem über 3-jährigen Pilotverfahren über die 1. Retentionsfläche, die für Anwohner und Besucher – außer in Zeiten von Starkregenereignissen – als Grün- und Erholungsfläche zur Verfügung steht.

Leicht war die an uns gestellte Aufgabe im Jahr 2016 nicht. Kleingärtner, Stadtverwaltung, der Stadtverband der Kleingärtner und die Leipziger Wasserwerke waren „über Kreuz“, wie man so schön sagt. Immer wieder wurden Teile einer alten, traditionsreichen Kleingartenanlage nach Starkregenereignissen vom Hochwasser heimgesucht. Kein schöner Anblick, wenn die Parzelle unter Wasser steht, ärgerlich der Verlust an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Ist das Wasser wieder verschwunden, bedecken Schlamm und Unrat die „eigene Scholle“. Viel Arbeit, Zeit und auch Geld wurden umsonst investiert.

Gesprächsversuche zur Lösung dieses Problems hatte es viele gegeben. Der Vertrauensverlust war groß, die gegenseitigen Schuldzuweisungen waren es ebenfalls und standen damit lösungsorientierten Gesprächen entgegen.

Die Leipziger Wasserwerke wiederum waren auf der Suche nach natürlichen Flächen, auf denen bei Starkregenereignissen Wasser zwischengespeichert werden konnte. Neue Regenrückhaltebecken lösen diese Situation, nehmen aber dauerhaft Flächen in Anspruch, die keiner anderen Nutzung mehr zugeführt werden können. Der Bereich der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder überfluteten Kleingartenanlage, gelegen in einer Senke im Bereich der östlichen Rietzschke, bot ideale Voraussetzungen zur Errichtung einer Retentionsfläche. Topographisch und hydrologisch waren die Voraussetzungen gut, zwischenmenschlich waren sie es zwischen den Akteuren nicht.

Mit dieser Gemengelage wurden wir als Spezialisten für akzeptanzkritische Vorhaben und mit Mediations-Expertise angesprochen. Unsere Aufgabe: Akteure identifizieren, Bedürfnislagen anschauen und bewerten, Vorgespräche führen, Verhandlungen vorbereiten und die Akteure an einen Tisch laden. Unsere Erfahrungen in Kommunikation, Mediation und Moderation, aber auch unsere Kenntnisse über Zuständigkeiten und Abläufe in Verwaltungen waren notwendig und gefragt. Wir wurden durchaus kritisch beäugt und auch uns gegenüber waren die Vorbehalte groß.

Wir sind diese Aufgabe durchaus mit großem Respekt angegangen. Nicht nur die Geschichte und die dazugehörigen Menschen, sondern auch die politische Dimension des Auftrages waren herausfordernd. Kleingärten sind immer und überall in Deutschland ein politisches Thema und Kleingartenpächter haben – mit Fug und Recht – eine starke politische Lobby.

Das Einschalten unseres Büros als in der Tat „neutrale Dritte“ gab die Möglichkeit, die Gespräche mit viel Geduld und Respekt vor den Handelnden auf eine neue Stufe zu heben. Nach gut 1,5 Jahren Verhandlung mit allen Akteuren war es dann so weit: Die Kleingärtner, der Stadtverband, die Stadtverwaltung und die Leipziger Wasserwerke konnten Verträge unterzeichnen, hinter denen alle Beteiligten inhaltlich standen und bis heute stehen und die keine Angriffsfläche für neuerliche Auseinandersetzungen bieten.

Mittlerweile ist die gut 18.000 qm große Fläche so beplant, dass sie den Anwohnern und Besuchern des Stadtteiles als Grünfläche zur Verfügung stehen wird. Die Planungsprozesse laufen aktuell. Dass wir für den Stadtteil die dafür notwendige Informations- und Beteiligungsveranstaltung konzipiert, organisiert und durchgeführt haben, macht uns stolz. Stolz sind wir auch darauf, dass ehemals zerstrittene Kontrahenten noch heute den Kontakt halten und sich sogar auf ein Bier treffen.

Mehr kann man nicht wollen!

 

Stefan Leermann: Geschäftsführer der Sparkasse Leipzig-Beteiligungen.

Büro Hitschfeld im Gespräch mit Stefan Leermann

Name: Stefan Leermann

Alter: 52

Wohnort: Borsdorf, OT Panitzsch

Beruf: Diplom-Ökonom

Tätigkeit: Geschäftsführer S-Beteiligungen. Tochterunternehmen der Sparkasse Leipzig

Hobbys: Jagd

… Jetzt mal ehrlich, diese Diskussion um Bürgerbeteiligung und Akzeptanz – ist das nicht eine dieser Moden, die bald wieder von der nächsten Sau abgelöst wird, die durch unser virtuelles Dorf getrieben wird?

Für mich steht außer Frage, dass man diejenigen, die wirklich von einem Projekt betroffen sind, hört und ihre Anregungen und Befürchtungen in den Projektprozess einspeist. Wichtig ist jedoch, dass Bürgerbeteiligung kein reiner Selbstzweck ist und effizient aufgezogen wird. Irgendwann muss es gemacht werden, vorwärtsgehen und eine Entscheidung getroffen werden. Hierbei ist jeder Helfer, jeder Katalysator herzlich willkommen.

… Allzu viel ist ungesund! Überfordern wir die Bevölkerung nicht mit immer mehr und immer neuen Angeboten von Partizipation und Aufrufen zu bürgerschaftlichem Engagement?

Das glaube ich nicht. Wenn es sinnvolle Angebote gibt, sich zu beteiligen, sich einzubringen, mitzureden, ist das um Längen sinnvoller, als beispielsweise unsachliche Posts womöglich noch mit Hassbotschaft zu verfassen. Überfordert ist die Bevölkerung allenfalls durch Pseudo-Informationsinput und durch „asoziale Netzwerke“. Wenn jemand wirklich mitreden will, mitreden kann und das Gesagte nachvollziehbar Eingang in die letztendliche Entscheidung findet, kann es davon fast gar nicht genug geben. Aber wie gesagt: Wenn nur der Sache „Bürgerbeteiligung“ Genüge getan werden soll, wird es ineffizient und frustrierend, auch für jene, die sich konstruktiv eingebracht haben. Wichtig ist darüber hinaus, dass klar kommuniziert wird, was möglich ist und was nicht.

… Wo ist das Problem? Warum ist es eigentlich so schwierig, mit Bürgerinnen und Bürgern sachlich und konstruktiv in einen Dialog zu kommen?

Hierbei geht es schnell um andere Dinge. Ein Projekt wird zur Projektionsfläche für Unzufriedenheiten aller Art. Vielfach werden auch unrealistische Erwartungen geweckt und allzu kurzsichtige Vorstellungen kultiviert – Kosten, Zeit, Umfang und Mehrwert der Projekte betreffend. Wenn unsere Vorväter alle so gedacht hätten, dass es ja viel, viel teurer ist, Tunnel zu graben, um beispielsweise Kabel unterirdisch zu verlegen, dann hätten wir nicht einmal eine Kanalisation. Es dauert eben seine Zeit, bis sich eine solche Investition amortisiert. Übrigens habe ich nicht den Eindruck, dass es so viele Möglichkeiten gibt, sich für Belange, die sich buchstäblich vor der eigenen Haustür abspielen, einzubringen. Wenn es mehr um solche konkreten, tatsächlichen Entscheidungen vor Ort ginge, bin ich optimistisch, dass die entsprechenden Diskurse zielführender geführt werden könnten.

… Was das kostet! Können wir uns den ganzen Aufwand überhaupt leisten, den wir mit Information, Bürgerbeteiligung und Akzeptanzmanagement heute treiben?

Darauf möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Was ist denn teurer – vorher zu fragen oder nachher einen Baustopp zu haben, weil Interessen unberücksichtigt blieben? Das ist also eindeutig eine Frage der Ökonomisierung innerhalb des Projektmanagements.

… Und wann ist man erfolgreich? Wann ist – aus Ihrer Sicht – Bürgerbeteiligung tatsächlich gelungen?

Sie ist in meinen Augen erfolgreich, wenn es gelingt, in einer angemessenen Zeit zu einer klaren Entscheidung über die Realisierung eines Projekts zu kommen: dafür, dagegen oder anders.

Und dann hätten wir noch ein paar persönliche Fragen:

… Unterscheiden Sie zwischen Erfolg und Zufriedenheit?

Absolut, Erfolg und Zufriedenheit sind für mich zwei Paar Schuhe. Zufriedenheit ist viel mehr als Erfolg allein. Gibt es doch sehr zufriedene, aber mäßig erfolgreiche Menschen – und umgekehrt.

… Was wären Sie gern (beruflich), wenn Sie nicht das wären, was Sie heute sind?

Meine Prägung seit der Schulzeit ist ökonomisch und ich bin sehr zufrieden mit dem was ich tue. Aber Chemiker zu sein, das konnte ich mir auch immer vorstellen.

… Welches Hobby hätten sie gern (das Sie heute nicht ausüben)?

Ich habe mich immer sehr fürs Segeln begeistert, finde aber keine Zeit dafür.

Ein aktuelles Beispiel zu Notwendigkeit und Möglichkeiten, Partizipation zu steuern

Partizipationssteuerung: Notwendigkeit und Möglichkeiten an einem aktuellen Beispiel

Mit der Partizipation („Bürgerbeteiligung“) ist das so eine Sache. Sie ist eine gesellschaftliche Norm: es ist gut und gesellschaftlich erwünscht, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger engagieren. Auf der anderen Seite erfolgt Partizipation praktisch nie ohne akteurs- und projektspezifisches Ziel. Jeder, der Partizipation organisiert und durchführt, verfolgt damit einen Zweck. Und das ist grundsätzlich legitim. Auch deshalb muss man Partizipationsprozesse sorgfältig planen. Das schließt auch die Steuerung des Prozesses ein. Sonst kann es schnell ärgerlich werden.

In einer großen Stadt in Mitteldeutschland, der das Büro Hitschfeld sehr verbunden ist, gibt es zentrumsnah ein gründerzeitliches Quartier, in dem das Anwohnerparken eingeführt werden soll(te). Neben anderen, vorbereitenden Maßnahmen wurde durch die Kommune der – bekannte und aktive – Bürgerverein des Viertels in die Diskussion des Projekts einbezogen. Je näher der Tag des Projektstarts rückte, umso mehr Unmut machte sich – auch medial – Luft. Insbesondere meldeten sich Gewerbetreibende des Viertels, klagen, nicht gehört worden zu sein und rüde von der Verwaltung behandelt zu werden. Der Konflikt eskalierte, das Projekt musste (b.a.w.) gestoppt werden.

Bei der Entwicklung des Designs von Partizipationsprozessen trifft man oft auf das Problem der Stabilität und der Zuverlässigkeit von Bürgerengagement. Es ist eben nicht so, dass ein Bürgerverein immer alle Interessen eines Quartiers repräsentiert, es als seine Aufgabe versteht oder die Möglichkeit (Know-how, Manpower) hat, Meinungsbildung über die eigene Mitgliederschaft hinaus zu organisieren, getroffene Verabredungen zu kommunizieren und ggf. auch durchzusetzen.

Bürgerbeteiligung ist nur sehr selten mit Verhandlungen z. B. von Tarifpartnern oder Parteien vergleichbar, die sich nach geschriebenen oder ungeschriebenen, ritualisierten Regeln vollziehen und – meistens – zu einem Ergebnis führen.

Bürgerschaftliches Engagement, mehr oder weniger organisiert in Initiativen oder Vereinen, ist instabil und verfügt nicht unbedingt über das Know-how sowie die nötigen Ressourcen, seine Rolle in einem Partizipationsprozess auszufüllen. Das ist ein Problem, das Projektträger, öffentliche Verwaltungen und Politik von Beginn an berücksichtigen müssen.

Bei der Entwicklung des Designs eines Partizipationsprozesses kann man dies berücksichtigen, z. B. durch:

  • die Identifikation projektrelevanter Akteure im Projektgebiet und darüber hinaus unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessenlagen,
  • die Abschätzung der Möglichkeiten und Grenzen relevanter Akteure,
  • den Einsatz eines Sets von aufeinander bezogenen Kommunikationsmaßnahmen auf der Zeitachse,
  • den Einbau von Feedback-Schleifen in den Kommunikationsprozess,
  • die Entwicklung und Sicherung von Verfahrens- und Kommunikationskompetenz bei wichtigen Akteuren und die Bereitstellung der dafür notwendigen Ressourcen u.a.m.

Ein wesentlicher Faktor für die Akzeptanz eines Projektes ist die Legitimität des Verfahrens, mit dem es entwickelt, genehmigt und umgesetzt wird. Gerade bei Projekten des öffentlichen Interesses kann man diesen Aspekt nicht hoch genug einschätzen. Projektdesign und Steuerung von Partizipationsprozessen entscheiden deshalb in unseren Tagen nicht selten über Erfolg oder Misserfolg von Projekten.

Leipzig-Dialog zu „Rietzschke-Aue Sellerhausen“

Infomarkt in Sellerhausen

Im Auftrag des Leipziger Amtes für Stadtgrün und Gewässer haben wir eine Informations- und Beteiligungsveranstaltung zum Thema “Neugestaltung der Rietzschke-Aue Sellerhausen” konzipiert und organisiert. 

Diese neu entstandene, 18.000 qm große Fläche im Stadtteil Sellerhausen liegt uns besonders am Herzen. Über fast zwei Jahre hinweg haben wir die Verhandlungen zwischen den Wasserwerken, dem Stadtverband der Kleingärtner, dem KGV Sellerhausen und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer begleitet. Ziel ist es, in Folge der Hochwasserereignisse von 2013 die vom KGV und dessen Pächtern genutzte Fläche in eine öffentliche Grünanlage umzuwandeln, die bei künftigen Starkregenereignissen in der Lage ist, Wasser aufzunehmen und zwischen zu speichern. Gerne haben wir dann die Informations- und Beteiligungsveranstaltung zur künftigen Nutzung der Fläche konzipiert und umgesetzt.

Das Interesse aus dem sehr lebendigen Stadtteil war groß, wir am Abend erschöpft und sehr zufrieden. Mit den positiven Rückmeldungen für die Planung und den vielen Anregungen kann die Stadt nunmehr gut umgehen. Wir sind froh und zufrieden darüber und unsere Feedback-Ampel zeigte überwiegend grün.

Leipzig-Dialog zu Freiflächenplanung „Rietzschke-Aue Sellerhausen“.

Leipzig-Dialog zu „Rietzschke-Aue Sellerhausen“

Der Stadtteil Sellerhausen/Volkmarsdorf verändert sich. Der Grundstein für den Schulcampus in der Ihmelsstrasse wurde diese Woche gelegt; für den Parkbogen Ost werden kommende Woche die Entwürfe prämiert. Zwischen diesen Großvorhaben befindet sich ein neu gewonnenes 18.000 qm großes Grundstück – die „Rietzschke-Aue Sellerhausen“.

Die Neugestaltung der „Rietzschke-Aue Sellerhausen“ ist am Dienstag, 12. November, Thema einer Bürgerveranstaltung. Für die durch die Wurzner Straße sowie Bernhard- und Ihmelsstraße begrenzte öffentliche Grünfläche hat das Amt für Stadtgrün und Gewässer die Planung in Auftrag gegeben. Anlass der Neugestaltung sind die in der Vergangenheit, zuletzt im Jahr 2013 aufgetretenen Hochwasserstände. Nunmehr soll hier ein Areal entstehen, das von den Anwohnern und Erholungssuchenden als neue Grünfläche genutzt werden kann und bei Starkregenereignissen trotzdem in der Lage ist, Wasser aufzunehmen und dieses zwischen zu speichern.

Anlässlich dieser Neugestaltung lädt das Amt für Stadtgrün und Gewässer zu einer Informations- und Beteiligungsveranstaltung ein. Anwohner, Nachbarn und Interessierte können sich im Rahmen eines Info-Marktes und entlang verschiedener Themenschwerpunkte informieren, mit Fachleuten und Planern ins Gespräch kommen und eigene Ideen einbringen.

Das Büro Hitschfeld begleitet dieses Vorhaben seit drei Jahren und freut sich auf die Begegnungen im Stadtteil.

Ort: Förderzentrum Sprachheilschule „Käthe Kollwitz“ in Leipzig-Volkmarsdorf, Karl-Vogel-Straße 17–19

Zeit: 16:30–19:00 Uhr

Stadtrat: Leipzig ruft den Klimanotstand aus.

Stadtrat: Leipzig ruft den Klimanotstand aus

So beschloss es die erste große Sitzung des Leipziger Stadtrates. Eingebracht vom Jugendparlament zog diese Vorlage eine große Anzahl junger Leute ins Rathaus und viele Initiativen vor selbiges. Erwartungsgemäß hatte dieses Thema nicht nur zu einer Menge Änderungsanträge der Fraktionen, sondern auch zu Kontroversen zwischen den Mitgliedern des Stadtrates geführt.

Diese waren inhaltlich nicht wirklich überraschend, der Stil der Austragung war jedoch durchaus wohltuend. Hatte man nach dem Wahlabend im Juni dieses Jahres Übles für das Aufeinandertreffen der Fraktionsmitglieder befürchtet, so hat sich diese Erwartungshaltung zumindest in dieser Stadtratssitzung nicht erfüllt. Würde aus dem Ausredenlassen noch Zuhören entstehen, gäbe es eine breite und bunte Debattenkultur. Es wird zu beobachten bleiben, wie sich die Fraktionen intern und miteinander finden werden.

Wenn die Stadtverwaltung den auf der Empore des provisorischen Tagungssaales teilnehmenden Besuchern der Sitzung künftig noch eine (optische) Teilhabe am elektronischen Wahlverfahren der Fraktionen ermöglichte, könnte die Besucherin von einem gelungenen Auftakt sprechen.

Bürgerforum Bayrischer Bahnhof: Bürgerbeteiligung als durchchoreografierter Ausdauertest

Bürgerforum Bayrischer Bahnhof: Bürgerbeteiligung als durchchoreografierter Ausdauertest

Informationsveranstaltung oder Vollversammlung? Darauf eine schnelle Antwort zu geben, fiele dem Zufallsbesucher womöglich schwer, wäre er am repräsentativen Mediagarten der Media City Leipzig vorbeigekommen, wo am 23. September das „Bürgerforum Bauvorhaben Bayerischer Bahnhof“ stattfand. Zu diesem hatte nämlich das Dezernat für Stadtentwicklung und Bau eingeladen. Mehr als 300 Besucher waren gekommen, um sich bei Ausstellung, Podiumsgespräch und Fragerunde über den Stand der Dinge bei einem der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte der Stadt zu informieren. Aber nicht nur der Andrang und das Interesse waren groß. Ebenso zahlreich waren die Inhalte, Programmpunkte und Akteure des Abends auf und neben dem Podium.

Wohlgemerkt: Dieses Bürgerforum blieb Informationen, Anmerkungen und Fragen vorbehalten. Eine Beteiligung, die an ein bereits 2012 durchgeführtes Bürger- und Akteursbeteiligungsverfahren anschließt, ist zu einem späteren Zeitpunkt – mit vorbereitenden Themenworkshops im November/Dezember 2019 – vorgesehen. Daher muss das Ziel der Veranstaltung, die interessierte Öffentlichkeit zu informieren, als erreicht gelten – auch wenn das angekündigte „eine“ Podiumsgespräch sich in mehrere kleinere, unterschiedlich besetzte, mitunter „Selbst-“ Gespräche der Vorhabenträger auffächerte und den Abend etwas unübersichtlich werden ließ.

Die Organisation und Durchführung von Ausstellung und Podiumsgespräch sowie Präsentationen und Publikumsbeteiligung bleiben dennoch als aufwändig, durchdacht und engagiert in guter, wenn nicht gar vorbildgebender Erinnerung. Doch ist angesichts der schieren Informationsfülle und -dichte fraglich, ob ein solches „Alles muss heute auf den Tisch“ dazu führt, dass sich Anwohner und Interessierte als strukturiert informierte, beteiligte und mitwirkende Bürger wahrnehmen, deren Ausdauer nicht überstrapaziert wurde.

Zumindest in dieser Hinsicht blieb das Bürgerforum Informationen schuldig: Wie können Projektkommunikation und (formale und demokratische) Partizipation mit der Facharbeit konzeptionell sinnvoll verknüpft werden? Wie lässt sich diese kommunikative/partizipative Seite von komplexen Projekten wie dem Bauvorhaben Bayerischer Bahnhof strukturieren? Welche Instrumente zur Bearbeitung der erforderlichen Teilschritte sind notwendig?

PlatzHitsch: Team Hitschfeld empfiehlt Leipziger Lieblingsorte. Heute: Zum Wilden Heinz.

Der PlatzHitsch: Café und Biergarten „Zum Wilden Heinz“ in Leipzig

Wer von der Karl-Heine-Straße in die Hähnelstraße abbiegt, der trifft zu seiner Linken ganz unvermittelt auf eine Oase. Denn dort, auf einer Brache zwischen Wohnhäusern, befindet sich seit 2014 das Café und Biergarten „Zum Wilden Heinz“.

Von seinen Anfängen als kleines Garten-Café hat sich das „Zum Wilden Heinz“ inzwischen zu einem Ganzjahresbetrieb entwickelt. Im Sommer lädt er an sonnigen Nachmittagen zu Kaffee und an lauschigen Abenden zu tschechischem Bier vom Fass und genialer Pizza aus dem Steinofen ein. Dabei sitzt es sich sehr schön auf zusammengewürfeltem Mobiliar, zwischen üppigen Pflanzentöpfen, unter kleinen Bäumchen. Im Winter wird es dann noch gemütlicher: In der kleinen, gut beheizten Blockhütte lässt es sich schnell vergessen, dass man sich mitten in der Stadt und nicht auf der Alm befindet.

Benannt ist das „Zum Wilden Heinz“ nach einem Ziegenbock, der die ersten beiden Jahre dort lebte und zu einer wahren Ikone Lindenaus wurde. Ende 2015 verließ der wilde Heinz dann Leipzig um zu seiner Herde an die Wallwitzburg nach Dessau zurückzukehren. Knapp zwei Jahre nach seinem schmerzhaften Abschied aus Leipzig, nahm das Leben des wilden Heinz eine noch tragischere Wendung: Anfang 2017 wurde er nachts aus seinem Gehege entführt. Es ist ungewiss, was genau aus dem frechen Ziegenbock geworden ist (man kann nur hoffen, dass er nicht inzwischen als Maskottchen des 1. FC Köln ein trauriges Leben fristet). Eines ist aber sicher: Im „Zum Wilden Heinz“ wird seines Lebens auf ewig gedacht.

Im Umfeld anderer Institutionen des Leipziger Westens, wie dem Tapetenwerk, der Schaubühne Lindenfels und dem Westwerk, ist das „Zum Wilden Heinz“ immer einen Besuch wert – ob zu einem der vielen Konzerte und Lesungen, zum Gesellschaftsspielabend oder einfach nur, um die entspannte Atmosphäre dieser kleinen Oase in der Stadt zu genießen.

Wir trauern um Bürohund Pepe.

Wir trauern um Bürohund Pepe

Unser Bürohund Pepe begleitete uns und unsere Arbeit über viele Jahre hinweg. Von ihm mussten wir nun Abschied nehmen. Mit ihm verlieren wir einen unwiderstehlich treuen, ehrlichen, durchsetzungsfähigen, lautstarken und vor allem sympathischen tierischen Zeitgenossen. Schwere Tage erleichterte er, angenehme machte er schöner. Wir hoffen, dass all die Erinnerungen an ihn, die uns lächeln lassen, die schmerzhafte Trauer über seine Abwesenheit allmählich lindern können.

Büro Hitschfeld_Zeichen stehen auf wirtschaftlich gesund: FFV-Kuratorium des Zoo Leipzig mustern Zahlen und Elefantennachwuchs

Zeichen stehen auf „wirtschaftlich gesund“: Kuratoriumssitzung des FFV Zoo Leipzig

Manche hätten die Kuratoriumssitzung des Freundes- und Fördervereins Zoo Leipzig e. V. (FFV) am liebsten gleich ins Gehege des kleinen Elefantenbullen Bền Lòng verlegt. Dass die Kuratoren des FFV am 23. Juni 2019 dennoch das Verwaltungsgebäude aufsuchten, um dort die Präsentation der Ist- und Planzahlen des Zoos Leipzig durch den kaufmännischen Direktor zu verfolgen, ist nicht zuletzt auf tierpflegerischen Stolz und kaufmännische Professionalität zurückzuführen. Im Ergebnis stand fest: Der junge rüsselbewehrte Besuchermagnet wächst nicht nur in einem liebevollen, sondern auch wirtschaftlich gesunden Umfeld auf. Nach Abschluss der Sitzung belohnten sich die Kuratoriumsmitglieder gemeinsam mit vielen entzückten Zoobesuchern mit einem Blick auf das mittlerweile 173 kg schwere Kalb.

Katharina Hitschfeld ist seit mehreren Jahren Mitglied des FFV-Kuratoriums. Bei den Kuratoren handelt es sich um Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die die Vereinstätigkeit kaufmännisch begleiten und als überregionale Botschafter des Zoo Leipzig wirken.