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Stadtansicht Wittenberg

Ein neues Projekt

Wir freuen uns, dass wir die Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg bei dem Aufbau einer mikrogeografischen, datengestützten Kommunikationsplanung unterstützen dürfen.

Wenn es darum geht, Zielgruppen zu analysieren und zu einer Entscheidungsbasis zu aggregieren, sind mikrogeografische Betrachtungen ein wirksames Instrument. Sie helfen, sehr genaue Zielgruppenmodelle zu entwickeln und diese auf einen konkreten Betrachtungsraum zu übertragen. So können Zielgruppen (z. B. nach ihrer Altersstruktur oder ihren Mediaaffinitäten) genau beschrieben und gezielt regional angesprochen werden.

Für Aufgaben im Zusammenhang mit Kommunikations- und Partizipationsplanung, Marketing und Unternehmensentwicklung ein spannender methodischer Ansatz.

Uwe Hitschfeld hält Vortrag beim VKU

Beim PR-Forum des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) am 8. Dezember, das in diesem Jahr ausschließlich online stattfinden muss, berichtet Uwe Hitschfeld im Themenblock „Strategische Kommunikation“ zu unseren Erfahrungen und methodischen Ansätzen. Unter der Überschrift „Strategische Kommunikation und Verfahrensdesign bei akzeptanzkritischen Projekten mit Bürgerbeteiligung spricht er über

  • Möglichkeiten, akzeptanzkritische und akzeptanzfördernde Faktoren für ein Projekt zu erfassen
  • Mikrogeografische Betrachtungen, um mehr über Personen im Projektraum zu erfahren
  • Methoden für eine netzwerkorientierte Stakeholderkommunikation
  • Möglichkeiten, durch Steuerung und Gestaltung des Verfahrensdesigns den Erfolg von Partizipationsverfahren zu beeinflussen
  • Schlussfolgerungen für eine strategische, datengestützte Unternehmensentwicklung und Kommunikations- und Partizipationsplanung.
Albrechtsburg Meißen

Uwe Hitschfeld übernimmt Lehrauftrag an der Hochschule Meißen

Die Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum bietet angehenden Führungspersonen im Masterstudiengang Public Governance die Möglichkeit, interdisziplinäre Kompetenzen für die Steuerung komplexer Prozesse aus den Teilbereichen Verwaltung, Wirtschaft, Informationstechnologie und Recht zu erwerben.

Die Konzeption und Steuerung von Partizipationsverfahren, die Frage, wie man Akzeptanz für ein Projekt erringt und sichert, und die Anforderungen an eine angemessene Projektkommunikation sind wichtige Erfolgsfaktoren für solche Prozesse.

Die langjährigen Erfahrungen, die das Büro Hitschfeld gerade bei der Betreuung komplexer (Infrastruktur-)Projekte in den letzten Jahren gesammelt hat, sollen den Studierenden einen strukturierten Blick in die Praxis ermöglichen.

Uwe Hitschfeld, geschäftsführender Gesellschafter des Büros Hitschfeld, hat deshalb einen Lehrauftrag für das Wintersemester 2020/21 übernommen.

Corona – und jetzt?

In den letzten Monaten wurden vermeintliche Gewissheiten aufgehoben und wir haben unglaublich viel geleistet.

Viele stellen sich nun die Frage: „Wie geht es weiter?“

Wie alle anderen auch haben Sie als Führungskraft wahrscheinlich keine zufriedenstellende inhaltliche Antwort auf diese Frage. Sie können Ihrem Team aber Sicherheit vermitteln, indem Sie trotzdem darüber sprechen. Wichtig ist dabei, Sorgen ernst zu nehmen, Informationen zu teilen und ein gemeinsames Lernen zu initiieren. Idealerweise ist dies ein Auftakt, um mit Ihren Mitarbeitern an einer Neuausrichtung für die Zukunft zu arbeiten.

Das in den vergangenen Monaten Erlebte und Gelernte muss dabei für den Einzelnen und für die Organisation sicht- und bewertbar gemacht werden. Die Erfahrungen – positive wie negative – sind sehr unterschiedlich. Sie sollten nicht untergehen. Eine bewusste und planvolle Auseinandersetzung damit stärkt das Individuum, das Team, die Organisation. Dies können Sie auch gut nutzen, um sich für kommende Herausforderungen zu wappnen.

Besprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, wie sie den Lockdown/die Zeit im Homeoffice erlebt haben:
• Was ist wann passiert? (Zeitstrahl)
• Was passierte im Prozess? (Lieferengpässe, Lagerprobleme…)
• Was passierte auf der emotionalen Ebene? (Sorgen der Mitarbeiter)
• Was passierte kommunikativ? (Wer hat wann kommuniziert? Wer
fühlte sich gut informiert?) Wer nicht (z.B. einzelne
Mitarbeiter(-gruppen), Kunden…)?
• Welche Instrumente haben wir zur Krisenkommunikation genutzt?
• Was können wir daraus für die Zukunft lernen?

Jetzt können Sie auch Punkte ansprechen, die zu Missverständnissen/ Missstimmungen im Team geführt haben, und Erwartungen für die Zusammenarbeit in der Zukunft formulieren.
Die Sorge vor einer zweiten Welle und der damit verbundenen Frage nach dem „Und – wie geht es weiter?“ können Sie nicht gänzlich ausräumen; Sie können aber aufzeigen, was bereits geschafft ist und dass jede/r Einzelne in diesem Prozess wichtig ist und zählt. Nutzen Sie Ihre Erfahrungen und bleiben Sie mit Ihren Mitarbeitern im Gespräch.

Iris Boddem
Dipl.-Psychologin/Coach
www.boddem-coaching.de
Katharina Hitschfeld
Dipl.-Betriebswirtin(FH)/Coach/Wirtschaftsmediatorin
www.hitschfeld.de

Konfliktberatung

Die vergangenen Monate des Mit-Corona-leben-Lernens haben auf viele Bürger wie ein Wechselbad gewirkt. War zu Beginn ein umfassender Solidaritätsgedanke in der Gesellschaft zu beobachten, der Kreativität und Unterstützergeist hervorbrachte, so sehe und höre ich als Konfliktberaterin und Mediatorin zunehmend, dass der Ton rauer wird, Ungeduld und Unverständnis um sich greifen.

Viele Facetten des täglichen Arbeitens, des Organisierens, des miteinander Kommunizierens haben sich rasch geändert. Sie generieren keinen vollkommen neuen, aber einen anderen Tagesablauf, andere Routinen. Ich höre immer wieder, dass Arbeitsprozesse als anstrengend, ja als anstrengender erlebt werden. Es fehlt die kurze Absprache über den Flur, in der Teeküche. Das nette „War nicht so gemeint“-Geraderücken in der Kantine geht nicht mehr so ohne Weiteres. Verhalten und Gesagtes bekommen ein anderes Gewicht. Sie stehen im Raum und das nicht nur im digitalen. Viele meiner Gesprächspartner empfinden diese Prozesse als belastend, ist doch die Kommunikation per Mail und digitalem Meeting nicht so klar, nicht so eindeutig wie der persönliche Dialog. Damit sind der Interpretation und dem Missverstehen Tür und Tor ebenso geöffnet wie der Bereitschaft, bereits bestehenden Konflikten eine größere Bedeutung beizumessen.

In der aktuellen Situation fragen sich viele Menschen, ob nunmehr alles ausgestanden sei, ob die vergangenen Wochen und Monate eine Episode gewesen seien. Das Damoklesschwert einer möglichen zweiten Welle mit den damit verbundenen Ängsten hängt über uns allen. Die Ungewissheit, ob es den eigenen Bereich oder das Unternehmen danach noch geben wird, ist sowohl für das Führungspersonal als auch für die Mitarbeiter belastend.

Derzeit können keine verlässlichen Aussagen darüber getroffen, ob und wann das Pendel wieder in eine andere Richtung schwingt.

War Change vor 6 Monaten noch ein zu planender Managementprozess mit eigens dafür eingekauften Experten und Prozessabläufen, so hat Change jetzt einen völlig anderen Klang und auch ein anderes Gewicht. Plötzlich sind Kompetenzen gefragt, die im Business-Alltag so nicht unbedingt trainiert werden: Selbstmotivation, Reflektion, Akzeptanz, Lernen, mit Situationen umzugehen, die nur bedingt beeinflussbar sind…

Es ist eine besondere Herausforderung, unter solchen Rahmenbedingungen zu führen, zu motivieren und miteinander zu kommunizieren. Mit unseren systemischen Mediations- und Coaching-Erfahrungen stehen mein Team und ich dabei an Ihrer Seite.

Unser Angebot: Akzeptanz und Evaluierung von Krisenkommunikation

Akzeptanz und Evaluierung von Krisenkommunikation –
ein Projektvorschlag

Krisenkommunikation ist das Gebot der Stunde – zweifellos!

Wir halten es – gerade – in dieser Zeit aber auch für wichtig, sich darum zu kümmern, was von der eigenen Kommunikation bei den Adressaten ankommt, ob es den Erwartungen und Wünschen entspricht, ob es auf Akzeptanz stößt und welche Rückwirkungen dies auf den Absender hat.

Die Zielgruppen können für solche Überlegungen sehr unterschiedlich sein: von Kunden(gruppen) über die eigene Belegschaft bis zu relevanten Stakeholdergruppen reicht das Spektrum.
Es ist wichtig sich gerade heute darum zu kümmern, weil man die laufende Kommunikation optimieren und ressourcenschonend verbessern muss.

Aber auch, weil man mit einer zyklischen Wiederkehr eines ähnlich gelagerten Problems, wie dem Umgang mit der Corona-Pandemie, ja durchaus rechnen muss. Lernen aus den heute gemachten Fehlern ist deshalb von großer Bedeutung.

Und sich bereits heute Gedanken um die Zeit „nach der Krise“ zu machen, ist Verantwortung jeder Führungsperson. Die Krise beschleunigt Transformationsprozesse oder initiiert neue.
Sie wird mit den Erfahrungen von heute unsere Einstellungen und Verhaltensweisen von morgen prägen.

Zum Beispiel:
+ Wie nehmen die Bevölkerung bzw. relevante Anspruchsgruppen und Kunden Ihre Kommunikation rund um „Corona“ wahr? Steigt mit den aktuellen Erfahrungen die Reputation für Ihre Organisation/Ihr Unternehmen oder droht sie Schaden zu nehmen?

+ Welche konkreten Erfahrungen machen die Bevölkerung, Stakeholder bzw. Kunden mit Ihrer Reaktion auf die Krise? In welchen Bereichen wird Kritik laut (strukturell/organisatorisch/personengebunden…), wo gibt es positive Wahrnehmungen?

+ Wie nehmen Mitarbeiter Ihre internen Maßnahmen wahr? Verständnisvoll oder nachvollziehbar? Gibt es Informations- und Beteiligungsbedürfnisse, die (noch) nicht befriedigt werden? Sehen sich alle „in einem Boot“ oder werden „Gewinner und Verlierer“ unter der Belegschaft ausgemacht?

+ Ist die nun vielfach neu eingeübte digitale Kommunikation Fluch oder Segen?
Mit Blick auf die Belegschaft (Stichwort „Homeoffice“): Was trägt auch für die Zeit nach Corona und was ist nur eine Notlösung? Unter welchen Bedingungen können aus aktuellen Notlösungen zukunftsweisende Dauerlösungen werden?
Mit Blick auf die Kunden (Stichwort „Hotline, Internetangebot usw.“): Welche Angebote haben sich – auch für die Zeit nach Corona – bewährt und welche sind mit Mängeln (welchen?) behaftet?

Wir haben ein Projektdesign zum Thema „Akzeptanz und Evaluierung von Krisenkommunikation“ entwickelt, das sich ressourcenschonend, rasch und unter den Bedingungen von Homeoffices und Lockdown realisieren lässt.

Haben Sie Interesse? Gern stehen wir Ihnen zur Verfügung. Rufen Sie an, schreiben Sie eine Mail an info@hitschfeld.de oder erreichen Sie uns über whatsapp bzw. messenger.

Corona-Krise – reden Sie mit Ihrem Team!

Führungskräfte sind in Zeiten von Corona und den daraus folgenden wirtschaftlichen Einbrüchen extrem gefordert. Bei aller Geschäftigkeit: Denken Sie an Ihre Mitarbeiter*innen! Reden Sie mit Ihrem Team und erhalten Sie so das Vertrauen und die Motivation.

Hier fünf Tipps für gelingende Kommunikation in Krisenzeiten:

1) Informieren Sie Ihr Team proaktiv
Binden Sie Ihre Mitarbeiter*innen aktiv ein. Informieren Sie häufig und aktuell zu den grundlegenden Fragen, die Ihr Team gerade beschäftigen, zu den Hintergründen Ihrer Entscheidungen und der aktuellen Situation im Unternehmen. Tägliche Stand-up Meetings – ggf. per Video – sind in dieser hochdynamischen Phase ein effizientes und persönliches Format.

2) Machen Sie klar, was klar ist
Mit überlegten, klaren Entscheidungen schaffen Sie ein Stück Sicherheit, Orientierung und Handlungsfähigkeit. Damit alle wissen, woran sie sind, stellen Sie klar: Wer arbeitet im Homeoffice, wer ist verantwortlich für …, ab wann und wie lange gelten die Regelungen. Halten Sie dies auch schriftlich fest, denn gerade in emotionalen Situationen fällt es Menschen schwer, sich Dinge zu merken.

3) Vorsprung durch Wissen
Niemand erfährt Neuigkeiten – gute wie schlechte – gern zuerst aus den Medien. Geben Sie deshalb Ihren Mitarbeiter*innen wo immer möglich einen Informations-Vorsprung. So vermeiden Sie auch bei scheinbar kleinen Informationen – wie Verhaltensregeln für Besuche oder Lieferungen – überflüssigen Gesichtsverlust und Missverständnisse. Und Sie erhalten kompetente Mitstreiter*innen, die selbstständig und umsichtig agieren können.

4) Empathie macht stark
Niemand weiß genau, was in den kommenden Wochen und Monaten geschehen wird. Bleiben Sie präsent und nehmen Sie die Befürchtungen Ihrer Mitarbeiter*innen, Zulieferer und Kundschaft ernst. Oft ist empathisches Zuhören das, was am meisten benötigt wird. Bei allem Stress: Das Wort „Bitte“ oder ein Lächeln kosten nicht viel Zeit und haben einen großen Effekt. Zeigen Sie Ihren Mitarbeiter*innen, dass Sie sich um sie kümmern. Vielleicht können Sie individuell praktische Hilfe leisten?

5) Gehen Sie in Führung
Was ist in der Krise für Sie, für Ihr Unternehmen, Ihr Team und die Gesellschaft wesentlich? Welche Prioritäten setzen Sie, welche Werte vertreten Sie? Erläutern Sie Ihren Mitarbeiter*innen, nach welchen Leitplanken und Prioritäten Sie Ihr Handeln ausrichten. Sie werden Verständnis für kurzfristige Entscheidungen erhalten, so lange Sie konsistent bei Ihren Werten bleiben.
Durchatmen, Ruhe bewahren. Wenn Sie es schaffen klar, besonnen und offen für Gespräche zu sein, wird sich dies auch positiv auf Ihre Mitarbeiter*innen auswirken.

Wir haben – rein virtuell versteht sich – die Köpfe zusammengesteckt, um Ihnen in der Krise Ideen zu geben. Wenn Sie weitere Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gern an uns:

Iris Boddem
Katharina Hitschfeld
Ina von Spies

Leipzig, 17. März 2020

Hat Siemens die Zeichen der Zeit nicht verstanden?

Siemens: Versuch und Irrtum

Die Diskussionen der vergangenen Tage um Siemens und Joe Kaeser zum Vertrag über eine Lieferung von Bahnsignal-Technik für ein Kohlebergwerk des Adani-Konzerns in Australien offenbaren mehr als ein PR- und Kommunikationsproblem. Hier hat ein Unternehmen trotz permanenter Arbeit in und mit der Öffentlichkeit die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Siemens ist sicher ein herausgehobenes, weil wirtschaftlich potentes und global agierendes Unternehmen. Sein Versagen aber ist ein Lehrbeispiel auch für den deutschen Mittelstand. Was ist daraus zu lernen?

  1. Verstehe, dass Unternehmen heute nicht mehr nur ihren Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat verpflichtet sind! Eine zunehmend kritische Öffentlichkeit redet mit und entscheidet über Markterfolge, Images und Positionierungen, letztendlich die Akzeptanz unternehmerischen Tuns.
  2. Vertrauen ist schneller verspielt als aufgebaut! Siemens hat im konkreten Fall sowohl das Vertrauen seiner Vertragspartner („Wir überprüfen einen abgeschlossenen Vertrag.“) verspielt als auch das Vertrauen einer klimakritischen Öffentlichkeit. Klarheit sieht anders aus, professionelle Arbeit mit Stakeholdern ebenso.
  3. Integriere das Umwelt- und Klima-Know-how von Fachleuten in den Gremien (Sustainability Board/AR) deines Unternehmens! Das öffentlichkeitswirksame Einbinden von Aktivisten (auch kenntnisreichen) kann nur bestechlich, anbiedernd und unseriös wirken.

Fazit: Die Bewertung unternehmerischen Handelns erfolgt nicht ausschließlich auf Grundlage rein ökonomischer Faktoren. Die glaubhafte und im Unternehmen verankerte Wahrnehmung von Verantwortung für die gegenwärtige und künftige Gesellschaft sind wichtige Faktoren für die Legitimität von Unternehmen und ihren Erfolg.

 

Sachsenwahl und Sprache: Alles leicht?

Sachsenwahl und Sprache: Alles leicht?

Wurde die Sachsenwahl vom Amtsinhaber Kretschmer etwa mit Leichtigkeit gewonnen? Es gibt viele formale Anzeichen dafür, diese Frage mit Ja zu beantworteten. Der Sachsenwahlkampf war buchstäblich ein Wahlkampf der „leichten Sprache“. Das begann bereits im Internet unter www.sachsenwahl.de. Alle nötigen Infos wurden dort auch unter dem Button „Leichte Sprache“ einfach und verständlich gemacht.

Die sogenannte „Leichte Sprache“ rückt im flüchtlings- und migrantenreichen Deutschland zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Immer mehr Internetauftritte, Broschüren und Flyer werden in einfacher Sprache gestaltet. Leichte Sprache im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hat das Ziel, Menschen mit Leseschwierigkeiten die Teilhabe an Gesellschaft und Politik zu ermöglichen. Das geht heute soweit, dass auch der Deutschlandfunk mit „Nachrichten in leichter Sprache“ und dem Internetportal www.nachrichtenleicht.de aufwartet.

Die „Leichte Sprache“ zeichnet sich durch kurze Hauptsätze aus, weitgehenden Verzicht auf Nebensätze, die Verwendung von bekannten Wörtern, während schwierige Wörter erklärt werden. Das Schriftbild sollte klar, ohne Schnörkel (Serifen) und ausreichend groß sein. Nach jedem Satzzeichen sowie bei sinnvollen Satzabschnitten wird ein Absatz gemacht. Einfache Illustrationen sind besser als Fotos, auf denen zu viele Details zu sehen sind.

Leichte Sprache hat ihren Ursprung in der US-amerikanischen Organisation People First, die 1974 gegründet wurde und 1996 die Idee des Easy Read entwickelte. Diese Idee wurde auch in Deutschland aufgegriffen: 1997 entstand hier ein erstes offizielles Netzwerk von Menschen mit Lernschwierigkeiten, 2001 wurde der Verein Mensch gegründet, der zwei Wörterbücher in Leichter Sprache herausgab. 2006 entstand das Netzwerk Leichte Sprache in Deutschland.

Inzwischen scheint Sachsen zu einem Musterland der leichten Sprache aufgestiegen zu sein. Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, ist jedenfalls im Regierungsinternet besonders stolz darauf und preist ihren digitalen Textprüfer für Leichte Sprache. Er checkt jeden Text nach den grundlegenden Regeln:

  • Haben Ihre Sätze zu viele Wörter?
  • Haben Sie Fremdwörter oder schwere Wörter verwendet?
  • Haben Sie Schachtelsätze gebaut?

„Der Prüfer hilft jedem, die Schwachstellen seines Textes zu erkennen, und gibt Tipps zur Verbesserung“, so die Erläuterung der Staatsministerin.

Nun war die AfD offenbar die erste Partei, die ihre Wahlkampfparolen hier eingab und – Achtung Ironie: Der Simplifizierung der Aussage wurde Genüge getan, der Verbesserung nicht. Heraus kam simple Sprache wie etwa: „Der Islam? Passt nicht zu unserer Küche!“, „Bikinis statt Burkas!“, „Wir sind das Volk!“ oder „Messestadt hat Messer satt“. Diese einfache Sprache verfing jedoch. Die AfD konnte allein knapp 250.000 Nichtwähler an den Urnen versammeln und wurde zweitstärkste Kraft der Sachsenwahl.

Doch zum Glück ist leichte Sprache nicht alles. Es gab auch in Sachsen in der Mehrzahl Wähler, denen ging es dann doch um Inhalte. So kann CDU-Ministerpräsident Kretschmer erneut eine populistenfreie Landesregierung aufbauen. Uffff.

Die Kraft des einfachen Wortes darf niemand mehr unterschätzen. Gemessen werden Politiker jedoch immer noch vor allem an ihren Taten.

 

Roland König, COO Körber Medipak Systems AG: Änderungen funktionieren nicht ohne Kommunikation!

„Änderungen funktionieren nicht ohne Kommunikation!“

Roland König, COO Körber Medipak Systems AG, spricht in seinem LinkedIn-Artikel „Änderungen funktionieren nicht ohne Kommunikation!“ über die aktive, frühzeitige Einbindung der Mitarbeiter in die Definition der anzugehenden Themen und die Erarbeitung von Lösungen bei Change-Prozessen. Wir bedanken uns für seine freundliche Rückmeldung.