Beiträge

lunch club mit Leipziger Bibliophilen Abend e.V.

Den von seiner Arbeit begeisterten und begeisternden Vereinsvorsitzenden des Leipziger Bibliophilen Abend e.V. hatten wir bei unserem April-lunch club zu Gast. Dr. Thomas Glöß hat den Gästen eine wirkliche Perle in der Leipziger Buchkunst nahe gebracht. Mit dieser Arbeit und der ansteckenden Begeisterung hat er sieben neue Mitglieder für den Verein gewinnen können.

Kulturelle Extraklasse überzeugt auch wirtschaftlich

Als stolzes Mitglied im Sponsors Club Gewandhaus Leipzig gratulieren wir herzlich zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2017. „Unser“ Gewandhaus hat entscheidenden Anteil an Leipzigs hervorragendem Ruf als traditionsreiche und zugleich zukunftszugewandte Musikstadt. Umso mehr freut es uns, das erstklassige Kulturangebot auf soliden wirtschaftlichen Füßen zu wissen – einmal mehr im Jubiläumsjahr 2018. Lesen Sie den vollständigen LVZ-Artikel […]

Podiumsgast Kathrina Hitschfeld bei Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen

Minerva zu den drei Palmen am 8. April

Die Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen hatte zu ihrer diesjährigen „Buchloge“ bundesweit eingeladen.

Zur Podiumsdiskussion  war unter der Überschrift „Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“ geladen. Unter der Moderation von Bastian Salier (Journalist und Verleger) diskutierten auf dem Podium

Küf Kaufmann (Vorsitzender der Israelitschen Religionsgemeinde zu Leipzig)

Hasso Henke (stellv. Bundesvorsitzender der Großloge A.F.u.A.M.v.D.)

Karl Anton (Künstler und Mitglied der Loge Minerva z.d.3.P.)

Als Diskutantin hatten die Gastgeber dieses Jahr auch Katharina Hitschfeld gebeten, die das Kommunikationsverhalten und die Relevanz der Freimaurerei in heutigen Zeiten näher beleuchtete.

21. Gewandhauskapellmeister: Willkommen Andris Nelsons | Büro Hitschfeld

21. Gewandhauskapellmeister: Willkommen Andris Nelsons!

Zur Einführung von Andris Nelsons in das Amt des Gewandhauskapellmeisters

Im Jahr seines 275. Bestehens bekommt das Gewandhausorchester einen neuen Chefdirigenten. Die Musikwelt schaut – einmal mehr – auf Leipzig. Aber auch in der Musikstadt Leipzig selbst ist der Maestro präsent und das liegt nicht nur an der allerorten wahrnehmbaren Plakatierung. Stolz liegt in der Luft, Freude auf das musikalisch Kommende, eine Erwartungshaltung, wie der mit internationalem Furor Ausgestattete das Wirken an seinen Wirkungsstätten in Leipzig und Boston miteinander verschränken wird.

Jeder Chefdirigent – hier heißt man wunderbar aus der Zeit gefallen und doch so aussagekräftig „Kapellmeister“ – muss in Leipzig mehr sein, als ein exzellenter Dirigent. Mit dem Amt repräsentiert er auch die Einrichtung, die für Leipzig wie kaum eine andere identitätsstiftend ist. Die damit verbundenen Erwartungen sind groß.

Jeder Kapellmeister hat diese Aufgabe in seiner Zeit anders angenommen und ausgefüllt. Und dass der „Gewandhauskapellmeister – nach dem Oberbürgermeister – der zweitwichtigste Mann in Leipzig sei“, wie Herbert Blomstedt einmal sagte, mögen deshalb manche Kapellmeister – aber auch Leipzigerinnen und Leipziger – gelegentlich andersherum gesehen haben.

Gibt es also wieder etwas, was von dem 275-jährigen Orchester und seinem 39-jährigen Dirigenten ausgehen kann, was über die Musik hinausreicht?

Vielleicht ist es die Zusammenarbeit mit Boston und dem Boston Symphony Orchestra, die in unserer Zeit einen solchen wichtigen Akzent setzt. Der Blick über den lokalen, regionalen, ja nationalen Tellerrand hinaus. Die Vorfreude auf Austausch, Anregung, Unterhaltung und Bildung at its best. Hinzukommen mag die Freude und Neugier an der Verknüpfung alter Tradition mit einem Künstler der jungen, experimentierfreudigen und neue Grenzen auslotenden Generation.

Das Büro Hitschfeld ist dem Gewandhaus seit vielen Jahren eng verbunden. Wir freuen uns auf die Zeit mit Andris Nelsons.

Katharina + Uwe Hitschfeld und Team

Zum zehnten Jahrestag des Bürgerentscheids zur Stadtwerkeprivatisierung in Leipzig – und was man heute daraus lernen kann | Büro Hitschfeld

Zum zehnten Jahrestag des Bürgerentscheids zur Stadtwerkeprivatisierung in Leipzig – und was man heute daraus lernen kann

Anmerkungen von Uwe Hitschfeld

Im Januar 2008 gab es in Leipzig einen Bürgerentscheid. Im Kern ging es darum, ob 49,9 % der Stadtwerke Leipzig veräußert werden sollten. Dazu gab es ein Verkaufsverfahren, das der Stadtrat auf Antrag des Oberbürgermeisters beschlossen hat und welches von der KPMG geführt wurde. Die finale Offerte der Gaz de France (GdF), die durch den Rat nun akzeptiert werden musste, lag bei 0,520 Mrd. Euro – ein unglaublicher Preis.

In dem durch die „AntiPRivatisierungsInitiative Leipzig (APRIL)“ initiierten Bürgerentscheid stimmten 41 % der LeipzigerInnen ab und – mit deutlicher Mehrheit (87 %) – gegen die Teilprivatisierung (eigentlich: für ein Privatisierungsverbot für Firmen der kommunalen Daseinsvorsorge).

Damit scheiterte der Verkauf an die GdF, was damals deutschlandweit beachtet und kommentiert wurde.

Es lohnt, auf diesen für den Standort Leipzig bis heute bedeutsamen Vorgang zurückzublicken – man kann auch zehn Jahre danach daraus lernen.

Einige Beispiele:

Niemals Akzeptanz und Projektkommunikation vernachlässigen!

Schon während des Verkaufsverfahrens war klar, dass den Aspekten von Akzeptanz (für den Verkauf), Projektinformation und Einbeziehung der Bevölkerung durch den Verkäufer (vertreten durch den Oberbürgermeister und den Verfahrensführer (die KPMG)) viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

Die gewählte Projektstruktur verhinderte (u.a. durch regide, restriktive und sanktionsbewehrte Vorschriften zur Kommunikation) geradezu die – von der Bevölkerung und den Medien im Verfahrensverlauf immer stärker eingeforderte, verbesserte Projektkommunikation.

Nicht nur, dass Verkäufer, Politik und die KPMG extrem zurückhaltend kommunizierten, die Bieter wurden bei Strafe des Ausschlusses aus dem Verfahren gehindert, diese Lücke zu füllen und für ihr Angebot zu werben und damit Argumente für den Verkauf in die öffentliche Diskussion einzuführen.

Ein überzeugendes „Warum?“ ist wichtig!

Der Verkäufer hatte bei der Projektbegründung sehr frühzeitig seinen Schwerpunkt auf den fiskalischen und haushalterischen Aspekt der Transaktion gelegt.

Strategische Gesichtspunkte für die Standort- und Unternehmensentwicklung durch die mögliche Bindung eines neuen, potenten Unternehmens an den Standort Leipzig und die Stadtwerke blieben außen vor oder wurden nachrangig kommuniziert.

Es erwies sich rasch, dass diese Begründung („wir bekommen viel Geld“) nicht geeignet war, strategische Chancen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Eine inhaltliche und strategische Auseinandersetzung mit den „Transaktionsgegnern“, die auf die Linie „Verkauf des Tafelsilbers verhindern“ und „Finger weg von den Unternehmen der Daseinsvorsorge“ konnte so nicht geführt werden.

Die Projektgegner nicht unterschätzen!

Dem zögerlichen, schweigsamen Verkäufer und den zum Schweigen verpflichteten Bietern stand rasch ein kommunikationsstarker Projektgegner gegenüber.

Die Kampagnenfähigkeit und Entschlossenheit des APRIL-Bündnisses, zu dem immerhin mit ATTAC, VERDI, Parteien und verschiedenen Vereinen im politischen Diskurs erfahrene Akteure gehörten, wurde sträflich unterschätzt.

Und nicht zuletzt: Man muss hinter dem eigenen Projekt stehen und dafür eintreten!

Die Haltung des Verkäufers war wankelmütig. Hatte der Oberbürgermeister das Verkaufsverfahren zunächst initiiert und die dafür erforderlichen Beschlüsse herbeigeführt, änderte sich diese Haltung unter dem Eindruck des sich formierenden Widerstands.

Das (kommunikative) Feld der Auseinandersetzung wurde mehr und mehr den Projektgegnern überlassen, die diese Offerte dankbar annahmen.

Und heute?

Es ist schwer vorstellbar, dass die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung eines solch wichtigen, kommunalpolitischen Projektes auf ähnliche Weise wie damals konzeptionell angelegt würde.

Ein strategisches Akzeptanzmanagement, das auch eine angemessene Informationspolitik und Partizipationselemente einschließt, gehört – eigentlich – zu den Selbstverständlichkeiten des Projektdesigns von Vorhaben solcher Tragweite.

Auch wenn es heute seltener um Privatisierungsprojekte der öffentlichen Hand, sondern oft um den Ausbau oder die Modernisierung der Infrastruktur geht, die Bedeutung von Akzeptanzmanagement, Partizipation und Information für den Projeterfolg ist erheblich.

Deshalb lohnt der Blick zurück – auf das Beispiel von Leipzig.

Expertentreffen Energiemetropole Leipzig

So geht Zukunft nicht

Leipziger Klimakonferenz am 6. November 2017 | Büro Hitschfeld

Leipziger Klimakonferenz am 6. November 2017

Die am 6. November in Bonn beginnende Weltklimakonferenz fand ihre lokale Untersetzung bei der Leipziger Klimakonferenz.

Oberbürgermeister Burkhard Jung konnte den Teilnehmern in seiner Eröffnungsrede den an die Stadt Leipzig an diesem Tag verliehenen European Energy Award in Gold präsentieren.

Fachleute und durch die Stadt Leipzig eingeladene sogenannte Zufallsbürger lauschten den Vorträgen von Dr. Harry Lehmann, Bundesumweltamt, und Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport der Stadt Leipzig, zum Thema Klimawandel und den lokal und regional zu findenden Antworten.

Klimakonferenz in Leipzig 06. November 2018

Für diesen sehr konkreten Austausch traf sich das Publikum in moderierten Diskussionsforen zu verschiedenen Schwerpunktthemen, wie der durch unser Büro moderierten „Zukünftigen Strom- und Wärmeversorgung“.

Diese Veranstaltung war gut besucht und darf nach dem großen Interesse und der Bereitschaft der Besucher zur Mitarbeit keine Eintagsfliege bleiben.

Zum Tode von Dr. Hinrich Lehmann-Grube

Was bleibt – Gedanken zum Tode von Hinrich Lehmann-Grube

Am 14. August haben wir Dr. Hinrich Lehmann-Grube beerdigt.

Die Stadt Leipzig ehrte ihren Ehrenbürger mit einem Trauergottesdienst in der Thomaskirche.

Er war Beigeordneter in Köln, Oberstadtdirektor in Hannover und – vor allen Dingen – hoch erfolgreicher und geachteter Oberbürgermeister im Nachwende-Leipzig. Er war Familienvater und Freund, ein Sozialdemokrat, wie man sich einen vorstellt -aber kein Parteisoldat.

Über seine Verdienste ist in den letzten Tagen viel geschrieben worden. Für uns, die den Vorzug hatten, für ihn in prägenden Zeiten zu arbeiten, und die ihm und seiner Frau Ursula später freundschaftlich verbunden waren, gibt es da wenig hinzuzufügen.

Einige Konturen und Schattierungen in dem Bild, das jetzt von ihm gezeichnet wird, sollten klarer, kontrastreicher sein, damit es ihm auch gerecht wird. Klar und deutlich, ohne dabei zu verklären.

Was bleibt also?

Nichts weniger als ein „Stadtchef“

Im ihrem Leitartikel am Tag nach seinem Tod bezeichnet ihn die Leipziger Volkszeitung als „ehemaligen Stadtchef“. Was für ein Missverständnis!

Hinrich Lehmann-Grube hat sich als nichts weniger gefühlt denn als „Chef der Stadt“, auf die er sich so sehr eingelassen hat. Mehr als einmal ist ihm diese Rolle –  gerade in den unmittelbaren Nachwendezeiten – von den diktaturgeprägten und im Eingabesystem der DDR erfahrenen Leipzigerinnen und Leipzigern angedient worden.

Als Oberbürgermeister sah er aber eine seiner vornehmsten Aufgaben darin, das geschundene Selbstbewusstsein der Stadt zu stärken, Bürgersinn wiederzuerwecken und zu bürgerschaftlichem Engagement zu ermuntern. Er verstand sich als „Gärtner in einem schönen, aber verwilderten Park“ – an dieses Bild ist in mancher Trauerrede erinnert worden.

Dem Stadtrat war er ein umsichtiger, erfahrener Vorsitzender in einer Zeit, in der es an demokratischen Erfahrungen noch mangelte. Er saß dem Rat vor – er thronte nicht über ihm.

Erfahrungen nutzen und ihnen gleichzeitig misstrauen

Hinrich Lehmann-Grube kam mit einem reichen Erfahrungsschatz nach Leipzig. Ein gutes Fundament für eine nahezu übermenschliche Aufgabe in wilden Zeiten.

Er hat der Versuchung widerstanden, sich auf diesen Erfahrungen auszuruhen. Er war offen für Neues, organisierte sich Widerspruch und hielt ihn auch aus.

Er glaubte sich nicht im Besitz der Wahrheit. Am Ende einer Auseinandersetzung entschied er deshalb nicht „was wahr und richtig ist“, sondern „was in der jeweiligen Situation gilt“. Er war sich des feinen Unterschiedes immer bewusst.

Ratgeber und Zuhörer

Oft ist Hinrich Lehmann-Grube in den vielen Wortmeldungen nach seinem Tode als „unverzichtbarer Ratgeber und Vorbild“ bezeichnet worden. Für die, die sich nicht nur mit ihm schmücken wollten, war er ein kenntnisreicher, urteilssicherer Partner. Nicht vorschnell im Urteil, zuhörend, klug nachfragend, zupackend und in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Er war ein guter Zuhörer. „Dazu habe ich bisher nur eine Meinung und noch kein Urteil“ war ein Satz, der seine analytische Herangehensweise gut beschreibt.

Das tut man nicht.“

Hinrich Lehmann-Grube hatte einen guten Kompass im Leben. Nicht – wie man es von einem Juristen vielleicht erwarten könnte – in einem juristischen, regulatorischen Sinne.

Bei ihm kamen Charakterstärke, Integrität, Menschlichkeit mit politischer und exekutiver Kompetenz zusammen.

Bei der Beantwortung der Frage, „was man tut“ – und was eben auch nicht – war er uns in seinem Umfeld deshalb Vorbild. Viele dieser Ansichten prägen unser Tun und unsere Abwägungen noch heute.

Hinrich Lehmann-Grube war nicht nur ein Glücksfall für Leipzig – es ist ein Glück, ihn erlebt und sich mit ihm auseinandergesetzt zu haben.

Leipzig, am 16. August 2017

Katharina und Uwe Hitschfeld

Wir trauern um unseren Freund Dr. Hinrich Lehmann-Grube

Er ist am 6. August 2017 nach langer schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen.

Er hat unsere Stadt in bewegten Zeiten geprägt mit Kenntnis, Zuverlässigkeit und einem klaren inneren Kompass. Bürger der Stadt Leipzig war er mit Leidenschaft und Engagement über sein Amt hinaus.

Nach 25 Jahren der Freundschaft, der Arbeit, gemeinsamer Wanderungen und des Diskutierens wirst du uns fehlen.

Unser herzliches Beileid gilt der Familie.

Katharina und Uwe Hitschfeld und das Team des Büros Hitschfeld