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LEAG spricht über Fernwärme aus Lippendorf und Zukunft des Unternehmens

LEAG spricht über Fernwärme aus Lippendorf und Zukunft des Unternehmens

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Leutzscher Gespräche“ lud die LEAG am Montagabend ins Leipziger Hotel Lindner. Vorstand Hubertus Altmann, zuständig für das Ressort Kraftwerke, sprach über die gegenwärtige Situation der LEAG, die mittel- und langfristigen Perspektiven und die Herausforderungen, die sich dem Unternehmen durch den geplanten Kohleausstieg in Deutschland stellen.

Anlass für die Veranstaltung war sicher auch die aktuelle Debatte über die mögliche Beendigung des Fernwärmebezugs aus dem Kraftwerk Lippendorf durch die Leipziger Stadtwerke. In den kommenden zwei Monaten wird eine Entscheidung der Stadtwerke und der LVV – und damit der Stadt als Gesellschafter – erwartet, ob der Fernwärmebezug aus Lippendorf in absehbarer Zeit beendet werden soll. Der Wärmebedarf Leipzigs könnte zukünftig dann aus erneuerbaren Quellen und einem neuen Gaskraftwerk der Stadtwerke gedeckt werden.

Angesichts dieser Aussichten bemühte sich Hubertus Altmann die Bedeutung des Standorts Lippendorf für Leipzig zu betonen, die Umweltvorteile eines neuen Gaskraftwerks gegenüber dem Braunkohlekraftwerk zu relativieren und die LEAG als langfristig verlässlichen Partner für die Stadt darzustellen. Altmann beteuerte dabei mehrmals die Bereitschaft des Unternehmens, gemeinsam mit den Stadtwerken eine Lösung zu erarbeiten.

Herrn Altmanns Ausführungen zur Zukunft der Fernwärme aus Lippendorf und zur Zukunft der LEAG insgesamt zeichneten das Bild eines Unternehmens, das sich noch nicht wirklich auf die neuen Rahmenbedingungen im Energiesektor eingestellt hat. Die vorgestellten Pläne der LEAG für eine Zeit nach der Braunkohle zeigen vor allem, dass sich das Unternehmen noch nicht mit dem Kohleausstieg abgefunden hat. Das Ausstiegsdatum 2038, das im Abschlussbericht der „Kohlekommission“ genannt wird, scheint für die LEAG und ihre Muttergesellschaft, die tschechische EPH, noch nicht als ausgemacht zu gelten.

Eine Vielzahl von (Zwischen-)Fragen der anwesenden Gäste offenbarte die Größe des Meinungsspektrums hinsichtlich der Beendigung des Fernwärmebezugs aus Lippendorf und des Kohleausstiegs an sich. Hubertus Altmann bemühte sich, die LEAG als wandlungs- und damit zukunftsfähiges Unternehmen zu präsentieren, doch im Publikum blieben Zweifel.

Unter der Marke LEAG betreiben die Lausitz Energie Bergbau AG und die Lausitz Energie Kraftwerke AG Braunkohletagebaue und -kraftwerke in Sachsen und Brandenburg. Die Unternehmen gingen 2016 aus dem Verkauf der Braunkohleaktivitäten des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall an die tschechische EPH-Gruppe und die PPF Investments hervor. Die LEAG ist der zweitgrößte Stromerzeuger Deutschlands und beschäftigt knapp 8000 Mitarbeiter.

Kohle-Klimacamp in Pödelwitz: Anmerkungen zu einem politischen Diskurs | Büro Hitschfeld

Klimacamp in Pödelwitz: Anmerkungen zu einem politischen Diskurs

Ein Beitrag von Katharina Hitschfeld

In der vergangenen Woche fand im sächsischen Pödelwitz ein mehrtägiges Klimacamp statt, in dem junge Leute auf die Folgen des Braunkohleabbaus, der Braunkohleverstromung und die Bedeutung des Klimaschutzes hinwiesen. In brütend heißen Tagen bauten sie ihre Zeltstadt in einem Dörfchen auf, das bald nicht mehr existieren, sondern dem Abbau der Braunkohle im mitteldeutschen Revier durch die MIBRAG weichen soll.

Mit friedlichem Protest, Veranstaltungen, Events und unterstützt durch namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Kirche machten die überwiegend jungen Leute auf ihr Anliegen aufmerksam: mehr Klimaschutz, Ausstieg aus der Kohleverstromung und – damit – Erhalt von Pödelwitz.

Mehrere Dinge fallen auf:
Viele – meist junge – Leute mischen sich konstruktiv und weitgehend friedlich in einen gesellschaftlichen Diskurs ein. Das ist uneingeschränkt zu begrüßen und verdient alle Unterstützung! Fast noch wichtiger ist, dass die Aktion nicht auf eine Gruppe begrenzt war, sondern Unterstützer in anderen Bereichen der Gesellschaft und in anderen Altersgruppen fand.

Überregionale Aufmerksamkeit für Klimacamp

Durch das Klimacamp ist es gelungen, Aufmerksamkeit über den Kreis der Aktivisten hinaus auf das Thema zu lenken. Süddeutsche Zeitung und FAZ berichteten ebenso wie Fernsehen und die Regional- und Onlinemedien. Damit dürfte ein wichtiges Ziel des Klimacamps erreicht sein: Aufmerksamkeit ist in unserer Mediengesellschaft eine harte Währung in der politischen Auseinandersetzung.

Im Vorfeld hatte man den Eindruck, dass von mancher (interessierten?) Seite der Weltuntergang, Mord und Totschlag, mindestens aber der ultimative Ausnahmezustand durch die Veranstaltung herbeifabuliert wurde. Gut, dass die Aktionen weitgehend friedlich blieben. Schade, dass die Chance für Dialog und konstruktive Auseinandersetzung in den Gräben von „DIE“ und „WIR“ zumindest teilweise verschüttet wurde.

Dialog braucht Zeit und Offenheit

Was wir brauchen:
In wenigen Monaten wird – hoffentlich – die Kohlekommission ihre Vorschläge erarbeitet haben. Dass damit der gesellschaftliche Diskurs zu mehr Klimaschutz, dem Ausstieg aus der Kohleverstromung und dem damit einhergehenden Strukturwandel beendet sein wird, glaubt niemand.

Was uns fehlt, ist ein die Regionen aber auch die Generationen befriedender Dialog, ein Mit- und kein Gegeneinander. Das Klimacamp in Pödelwitz hätte alle Chancen geboten, unterschiedliche Interessen mit unterschiedlichen Akteuren offen zu legen, zu diskutieren und nicht in gegnerhaften Szenarien zu verharren. Das Zuhören, das Ausloten von Interessen und Gespräche brauchen Zeit. Sie brauchen Vertreter, die zuhören und begreifen wollen, die nicht jede Position in ein „Richtig“ und ein „Falsch“ einsortieren und bereit sind, Positionen zu hinterfragen und langfristig Inhalte zu entwickeln.
Das gilt für ein kleines Klimacamp ebenso wie für die Kohleregionen, die Länder und die ganze Bundesrepublik.