Beiträge

Erweiterung der U-Bahn Hamburg

Die Erweiterung des Hamburger U-Bahnnetzes ist ein wichtiges Projekt für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Standorts.

Bild eines Globus unter der Lupe

Genauer hinschauen – besser entscheiden

Mit Hilfe von mikrogeografischen Analysen können Zielgruppen besser eingegrenzt, beschrieben und erreicht werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind – je mehr man sich mit diesem Ansatz beschäftigt – erstaunlich vielfältig.

Unabhängig davon, ob man Akzeptanzmanagement für große oder kleinere Infrastrukturprojekte plant, ob man sich mit Vertriebsthemen, Marketing oder der Planung von klassischen Kampagnen beschäftigt: Kommunikation, die sich in der Ansprache „an alle“ richtet, wird ihre Wirksamkeit oft nur ungenügend entfalten. Das gilt umso mehr für sensible Themen, zu denen es verschiedene Meinungen und Positionen – manchmal auch Vorurteile und Falschinformationen – gibt.

Auch deshalb schauen wir kritisch auf die jetzt anlaufende Impfkampagne des Bundesgesundheitsministeriums.

Mit mikrogeografischen Untersuchungen kann man sehr wichtige Information zu Personen(gruppen) in – frei definierten – Lebens- oder Projekträumen generieren. Arbeitet man mit diesen Informationen ist man in der Lage, sehr viel genauer, zielgruppenspezifischer und regional ausdifferenzierter zu planen und zu handeln.

Es macht eben oft einen wichtigen Unterschied, ob man etwas über die prägenden Milieus, den Bildungsgrad, die Altersstruktur, die Ethnografie, aber auch die Unternehmensstruktur, die Medienaffinität oder die Eigentumsquote in einem Gebiet weiß. Schließlich ist es wichtig, Menschen tatsächlich in ihrer Lebenswirklichkeit zu erreichen und anzusprechen.

Unser Büro wendet diesen Ansatz bei sehr unterschiedlichen Projekten erfolgreich an und entwickelt ihn ständig weiter. Gern berichten wir mehr dazu!

Blaue U-Bahn von vorne

Eine neue Aufgabe

Wir freuen uns, dass uns die Landeshauptstadt München mit dem Aufbau einer datengestützten Akzeptanzkommunikation für die Erweiterung des U-Bahn-Netzes beauftragt hat.

Das Büro Hitschfeld greift dabei auf die Erfahrungen zurück, die es bei der Betreuung anderer Infrastrukturprojekte, z. B. dem Ausbau der deutschen Stromnetze, bei kommunalen Infrastrukturprojekten oder nicht zuletzt bei der Erweiterung der Hamburger U-Bahn gesammelt hat.

Im Kern verknüpfen wir Analysen zu akzeptanzkritischen und -fördernden Faktoren im Projektraum mit mikrogeografischen Betrachtungen und Netzwerkanalysen. Dies bildet die Grundlage für das Konzept für eine strategisch ausgerichtete Akzeptanzkommunikation, inklusive Bürgerbeteiligung und Projektinformation.

Artikel in der ZfK: Mehr wissen – klüger entscheiden

Die Zeitschrift für kommunale Wirtschaft berichtet in ihrer September-Ausgabe 2020 über das Projekt zur Akzeptanzkommunikation, das wir für die Leipziger Gruppe (LVV) durchgeführt haben. Die Redaktion der ZfK hat uns den Artikel dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt, so dass Sie hier weiterlesen können:

ZfK: Mehr wissen – klüger entscheiden

Unser Hinweis: Fachliteratur für Praktiker

Im eben erschienenen Buch „Partizipation für alle und alles? – Fallstricke, Grenzen und Möglichkeiten“ (Lorenz, Hoffmann, Hitschfeld, Springer VS, Wiesbaden 2020) steckt eine Menge von unseren Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Partizipationsverfahren als Teil eines strategischen Akzeptanzmanagements.

Aber nicht nur. Auch die wissenschaftliche Einordnung und der Diskurs nehmen breiten Raum ein. Begonnen wird mit der Vorstellung von Partizipationsverfahren, deren Ausgang nicht so war, wie es sich die Initiatoren vorgestellt hatten. Der Fächer ist weit gespannt: von der Olympiabewerbung Hamburgs über den Bürgerentscheid zum HKW Nord in München bis zu Bürgerhaushalten und zur simulierten Direktdemokratie im heutigen Ungarn.

Auf dieser Grundlage werden die Grenzen und Möglichkeiten von Partizipation aufgezeigt. Nicht im Sinne einer partizipationsskeptischen Weltsicht – wohl aber als Plädoyer für eine realistischere Perspektive auf die Möglichkeiten politischer Partizipation.

Hat Siemens die Zeichen der Zeit nicht verstanden?

Siemens: Versuch und Irrtum

Die Diskussionen der vergangenen Tage um Siemens und Joe Kaeser zum Vertrag über eine Lieferung von Bahnsignal-Technik für ein Kohlebergwerk des Adani-Konzerns in Australien offenbaren mehr als ein PR- und Kommunikationsproblem. Hier hat ein Unternehmen trotz permanenter Arbeit in und mit der Öffentlichkeit die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Siemens ist sicher ein herausgehobenes, weil wirtschaftlich potentes und global agierendes Unternehmen. Sein Versagen aber ist ein Lehrbeispiel auch für den deutschen Mittelstand. Was ist daraus zu lernen?

  1. Verstehe, dass Unternehmen heute nicht mehr nur ihren Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat verpflichtet sind! Eine zunehmend kritische Öffentlichkeit redet mit und entscheidet über Markterfolge, Images und Positionierungen, letztendlich die Akzeptanz unternehmerischen Tuns.
  2. Vertrauen ist schneller verspielt als aufgebaut! Siemens hat im konkreten Fall sowohl das Vertrauen seiner Vertragspartner („Wir überprüfen einen abgeschlossenen Vertrag.“) verspielt als auch das Vertrauen einer klimakritischen Öffentlichkeit. Klarheit sieht anders aus, professionelle Arbeit mit Stakeholdern ebenso.
  3. Integriere das Umwelt- und Klima-Know-how von Fachleuten in den Gremien (Sustainability Board/AR) deines Unternehmens! Das öffentlichkeitswirksame Einbinden von Aktivisten (auch kenntnisreichen) kann nur bestechlich, anbiedernd und unseriös wirken.

Fazit: Die Bewertung unternehmerischen Handelns erfolgt nicht ausschließlich auf Grundlage rein ökonomischer Faktoren. Die glaubhafte und im Unternehmen verankerte Wahrnehmung von Verantwortung für die gegenwärtige und künftige Gesellschaft sind wichtige Faktoren für die Legitimität von Unternehmen und ihren Erfolg.

 

#Bielefeldmillion: Ein Kommentar

#Bielefeldmillion: Ein Kommentar

Die Bundes-SPD nähert sich dem einstelligen Bereich, das Vereinigte Königreich zerlegt sich konsequent selbst und der amerikanische Präsident kündigt transatlantische Freundschaften, weil man ihm eine Eis-Insel nicht verkaufen möchte. Dieser Tage kann man den Eindruck gewinnen, dass nichts mehr von Dauer ist, jedes noch so stabile System ins Wanken geraten kann, kein vermeintlicher Fakt vor dem Umsturz sicher ist.

Nun wird die nächste, bisher als unumstößlich geltende Wahrheit angefochten: Die Tatsache, dass Bielefeld nicht existiert. Mindestens seit 25 Jahren weiß man, dass diese Stadt nichts als ein Phantasiegespinnst ist. Doch die Verschwörungstheoretiker haben im Verborgenen ihre Kräfte gesammelt und sind heute selbstbewusster denn je: Die sog. „Stadt Bielefeld“ bietet nun eine Million Euro für einen Beweis, dass es Bielefeld nicht gibt. Schnelles Geld – oder wo ist da der Haken?

Denn dieser Beweis ist doch schnell gefunden: in der Philosophie. Schon René Descartes wusste: Cogito ergo sum, alles andere könnte ein bloßer Traum sein. Die erkenntnistheoretische Lehre des Solipsismus erkennt alle Gegenstände der Außenwelt als bloße Bewusstseinsinhalte des allein existenten eigenen Ichs. Bielefeld kann also gar nicht existieren, da außer dem eigenen Ich nichts existiert.

Wen diese stichfeste Argumentationskette noch nicht überzeugt, dem sei die Simulationshypothese des Philosophen Nick Bostrom nahegelegt. Dieser mutmaßt, dass unsere Realität nichts weiter ist, als eine Simulation im Computer einer vorangegangenen, fortschrittlichen Zivilisation. Am wissenschaftlichen Beweis seiner Hypothese wird gearbeitet. Die Bank of America sieht die Wahrscheinlichkeit, dass wir in einer Simulation leben bei 20–50%. Der CEO von Tesla und SpaceX, Elon Musk, ist sich noch sicherer: Er glaubt die Chance, dass wir nicht in einer Simulation leben, liegt bei 1 zu mehreren Milliarden. Alles spricht also dafür, dass unsere Welt – inklusive Bielefelds – nur im Computer existiert.

Die Frage bleibt also: Wo ist der Haken beim millionenschweren Angebot der „Stadt Bielefeld“? Ein Blick in die Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs offenbart, dass über die Gültigkeit der eingereichten Beweise ein Gremium der Bielefeld Marketing GmbH entscheidet, einer Tochter der Stadt Bielefeld. Hierin präsentiert sich einem dann auch das Paradox. Wie kann eine nicht-existente Stadt eine Gewinnerin küren, und noch viel wichtiger: von wem erhält diese anschließend ihre Million?

Es wird wohl also doch nichts mit dem schnellen Geld. Ist aber auch nicht schlimm, denn ebenso wenig wie Bielefeld existieren schließlich Geld und Dinge, für die man es ausgeben könnte.

Ganz real: Wir gratulieren der Stadt Bielefeld und den Köpfen hinter der #Bielefeldmillion zu dieser großartigen Idee und ihrer Umsetzung.