Die Nichteinhaltung von „demokratischen Spielregeln“ bei der Planung und Umsetzung von Projekten ist ein wichtiger Auslöser für bürgerschaftliches Engagement. Zu diesem Ergebnis kommt unsere aktuelle Ausgabe der Langzeitstudie „Einflussfaktoren auf Akzeptanz“. 44 Prozent der 1004 bundesweit repräsentativ Befragten würden sich demnach engagieren, wenn im Zuge eines Projekts nicht von Anfang an umfassend informiert wird und die Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger unzureichend sind. Fast gleich hoch (42 Prozent) ist die Bereitschaft, wenn ein Vorhaben aus Sicht der Befragten in eine falsche politische oder gesellschaftliche Richtung führt. Dieses Ergebnis hat uns in seiner Deutlichkeit überrascht, wo doch so oft von Individualisierung, Zerfaserung und Verdrossenheit der Gesellschaft die Rede ist. Weniger überraschend: Persönliche Betroffenheit ist und bleibt der stärkste Motivationsgrund für Engagement.

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