Retentionsfläche für Starkregenereignisse und Grünfläche für Anwohner und Besucher_Beim Leipziger Pilotprojekt kein Widerspruch

Leipziger Pilotprojekt: Retentions- und Grünfläche vereint

Die Stadt Leipzig und die Leipziger Wasserwerke verfügen nach einem über 3-jährigen Pilotverfahren über die 1. Retentionsfläche, die für Anwohner und Besucher – außer in Zeiten von Starkregenereignissen – als Grün- und Erholungsfläche zur Verfügung steht.

Leicht war die an uns gestellte Aufgabe im Jahr 2016 nicht. Kleingärtner, Stadtverwaltung, der Stadtverband der Kleingärtner und die Leipziger Wasserwerke waren „über Kreuz“, wie man so schön sagt. Immer wieder wurden Teile einer alten, traditionsreichen Kleingartenanlage nach Starkregenereignissen vom Hochwasser heimgesucht. Kein schöner Anblick, wenn die Parzelle unter Wasser steht, ärgerlich der Verlust an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Ist das Wasser wieder verschwunden, bedecken Schlamm und Unrat die „eigene Scholle“. Viel Arbeit, Zeit und auch Geld wurden umsonst investiert.

Gesprächsversuche zur Lösung dieses Problems hatte es viele gegeben. Der Vertrauensverlust war groß, die gegenseitigen Schuldzuweisungen waren es ebenfalls und standen damit lösungsorientierten Gesprächen entgegen.

Die Leipziger Wasserwerke wiederum waren auf der Suche nach natürlichen Flächen, auf denen bei Starkregenereignissen Wasser zwischengespeichert werden konnte. Neue Regenrückhaltebecken lösen diese Situation, nehmen aber dauerhaft Flächen in Anspruch, die keiner anderen Nutzung mehr zugeführt werden können. Der Bereich der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder überfluteten Kleingartenanlage, gelegen in einer Senke im Bereich der östlichen Rietzschke, bot ideale Voraussetzungen zur Errichtung einer Retentionsfläche. Topographisch und hydrologisch waren die Voraussetzungen gut, zwischenmenschlich waren sie es zwischen den Akteuren nicht.

Mit dieser Gemengelage wurden wir als Spezialisten für akzeptanzkritische Vorhaben und mit Mediations-Expertise angesprochen. Unsere Aufgabe: Akteure identifizieren, Bedürfnislagen anschauen und bewerten, Vorgespräche führen, Verhandlungen vorbereiten und die Akteure an einen Tisch laden. Unsere Erfahrungen in Kommunikation, Mediation und Moderation, aber auch unsere Kenntnisse über Zuständigkeiten und Abläufe in Verwaltungen waren notwendig und gefragt. Wir wurden durchaus kritisch beäugt und auch uns gegenüber waren die Vorbehalte groß.

Wir sind diese Aufgabe durchaus mit großem Respekt angegangen. Nicht nur die Geschichte und die dazugehörigen Menschen, sondern auch die politische Dimension des Auftrages waren herausfordernd. Kleingärten sind immer und überall in Deutschland ein politisches Thema und Kleingartenpächter haben – mit Fug und Recht – eine starke politische Lobby.

Das Einschalten unseres Büros als in der Tat „neutrale Dritte“ gab die Möglichkeit, die Gespräche mit viel Geduld und Respekt vor den Handelnden auf eine neue Stufe zu heben. Nach gut 1,5 Jahren Verhandlung mit allen Akteuren war es dann so weit: Die Kleingärtner, der Stadtverband, die Stadtverwaltung und die Leipziger Wasserwerke konnten Verträge unterzeichnen, hinter denen alle Beteiligten inhaltlich standen und bis heute stehen und die keine Angriffsfläche für neuerliche Auseinandersetzungen bieten.

Mittlerweile ist die gut 18.000 qm große Fläche so beplant, dass sie den Anwohnern und Besuchern des Stadtteiles als Grünfläche zur Verfügung stehen wird. Die Planungsprozesse laufen aktuell. Dass wir für den Stadtteil die dafür notwendige Informations- und Beteiligungsveranstaltung konzipiert, organisiert und durchgeführt haben, macht uns stolz. Stolz sind wir auch darauf, dass ehemals zerstrittene Kontrahenten noch heute den Kontakt halten und sich sogar auf ein Bier treffen.

Mehr kann man nicht wollen!

 

Lukas von Below: Zunehmender Widerstand gegen den 5G-Ausbau

Zunehmender Widerstand gegen den 5G-Ausbau

Der neue Mobilfunkstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation. Deshalb hat die Bundesregierung das Ziel formuliert, bis 2025 5G-Konnektivität zu erreichen. Der Ausbau der 5G-Netze hat nun quer durch Deutschland begonnen.

Der 5G-Ausbau wird begleitet von Debatten über Netzabdeckungsziele und das Schließen von Funklöchern sowie über die potenzielle Einbindung chinesischer Unternehmen (allen voran Huawei) in den 5G-Netzausbau. Dies sind zweifellos wichtige Aspekte des 5G-Ausbaus. In der Praxis zeigt sich aber, dass diese Debatten weitgehend an den eigentlichen Sorgen der BürgerInnen vorbeigehen.

Während Politik und Industrie die Frage des „Wie“ diskutieren, wird in der Bevölkerung zunehmend die grundsätzliche Frage des „Ob“ gestellt. Immer häufiger formiert sich lokaler Widerstand gegen den Bau von 5G-Infrastruktur. Es werden Bürgerinitiativen gebildet, die den Bau von einzelnen Sendemasten verhindern wollen oder sogar fordern ganze Gemeinden zu „5G-freien Zonen“ zu erklären. Der wahrscheinlich prominenteste Fall ist das Aktionsbündnis „Freiburg 5G-frei“.

Kategorischer Widerstand gegen den Aufbau neuer Technologie-Infrastruktur ist indes kein neues Phänomen – im Kontext der Energiewende sind ähnliche Gegenbewegungen entstanden. Vielerorts mobilisieren BürgerInnen gegen die Errichtung von Onshore-Windkraftanlagen (und zu geringerem Maße Freiflächen-Photovoltaikanlagen) sowie den (Aus-)Bau der Übertragungsnetz-Stromtrassen.

In der Tat bestehen bei diesen Themen viele Parallelen – sowohl bei den Ursprüngen des Widerstands als auch beim Umgang mit diesem.

Wie bei der Windenergie und dem Stromtrassenbau bestehen auch beim 5G-Ausbau bei den Anliegern geplanter Anlagen Sorgen über eventuelle gesundheitliche Auswirkungen. Teilweise lässt sich dies darauf zurückführen, dass der Forschungsstand tatsächlich nicht eindeutig ist, mindestens genauso oft jedoch darauf, dass die Bevölkerung schlecht informiert wird und sich deshalb unbewiesene, irreführende oder falsche Informationen verbreiten.

Die unzureichende Kommunikation der wissenschaftlichen Sachlage ist ein ernstes Problem, das dadurch verschärft wird, dass der Nutzen und die Sinnhaftigkeit der Projekte oft ebenfalls schlecht kommuniziert werden.

Sowohl bei Energiewende-Projekten als auch beim 5G-Ausbau wäre es falsch, auftretenden Widerstand lediglich auf eine „not in my backyard“-Attitüde der Anlieger zurückzuführen. Stattdessen müssen die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Industrie eine wesentlich aktivere Rolle gegenüber den BürgerInnen einnehmen, als sie es bisher tun. Umfassende Kommunikation und die Einbeziehung der Bevölkerung müssen von Beginn an als zentrale Bausteine der Projekte verstanden werden. Tun die Verantwortlichen dies nicht, überlassen sie die Kommunikation Dritten und dürfen sich dann nicht wundern, dass das öffentliche Meinungsbild gegen ihre Vorhaben geprägt wird.

Stefan Leermann: Geschäftsführer der Sparkasse Leipzig-Beteiligungen.

Büro Hitschfeld im Gespräch mit Stefan Leermann

Name: Stefan Leermann

Alter: 52

Wohnort: Borsdorf, OT Panitzsch

Beruf: Diplom-Ökonom

Tätigkeit: Geschäftsführer S-Beteiligungen. Tochterunternehmen der Sparkasse Leipzig

Hobbys: Jagd

… Jetzt mal ehrlich, diese Diskussion um Bürgerbeteiligung und Akzeptanz – ist das nicht eine dieser Moden, die bald wieder von der nächsten Sau abgelöst wird, die durch unser virtuelles Dorf getrieben wird?

Für mich steht außer Frage, dass man diejenigen, die wirklich von einem Projekt betroffen sind, hört und ihre Anregungen und Befürchtungen in den Projektprozess einspeist. Wichtig ist jedoch, dass Bürgerbeteiligung kein reiner Selbstzweck ist und effizient aufgezogen wird. Irgendwann muss es gemacht werden, vorwärtsgehen und eine Entscheidung getroffen werden. Hierbei ist jeder Helfer, jeder Katalysator herzlich willkommen.

… Allzu viel ist ungesund! Überfordern wir die Bevölkerung nicht mit immer mehr und immer neuen Angeboten von Partizipation und Aufrufen zu bürgerschaftlichem Engagement?

Das glaube ich nicht. Wenn es sinnvolle Angebote gibt, sich zu beteiligen, sich einzubringen, mitzureden, ist das um Längen sinnvoller, als beispielsweise unsachliche Posts womöglich noch mit Hassbotschaft zu verfassen. Überfordert ist die Bevölkerung allenfalls durch Pseudo-Informationsinput und durch „asoziale Netzwerke“. Wenn jemand wirklich mitreden will, mitreden kann und das Gesagte nachvollziehbar Eingang in die letztendliche Entscheidung findet, kann es davon fast gar nicht genug geben. Aber wie gesagt: Wenn nur der Sache „Bürgerbeteiligung“ Genüge getan werden soll, wird es ineffizient und frustrierend, auch für jene, die sich konstruktiv eingebracht haben. Wichtig ist darüber hinaus, dass klar kommuniziert wird, was möglich ist und was nicht.

… Wo ist das Problem? Warum ist es eigentlich so schwierig, mit Bürgerinnen und Bürgern sachlich und konstruktiv in einen Dialog zu kommen?

Hierbei geht es schnell um andere Dinge. Ein Projekt wird zur Projektionsfläche für Unzufriedenheiten aller Art. Vielfach werden auch unrealistische Erwartungen geweckt und allzu kurzsichtige Vorstellungen kultiviert – Kosten, Zeit, Umfang und Mehrwert der Projekte betreffend. Wenn unsere Vorväter alle so gedacht hätten, dass es ja viel, viel teurer ist, Tunnel zu graben, um beispielsweise Kabel unterirdisch zu verlegen, dann hätten wir nicht einmal eine Kanalisation. Es dauert eben seine Zeit, bis sich eine solche Investition amortisiert. Übrigens habe ich nicht den Eindruck, dass es so viele Möglichkeiten gibt, sich für Belange, die sich buchstäblich vor der eigenen Haustür abspielen, einzubringen. Wenn es mehr um solche konkreten, tatsächlichen Entscheidungen vor Ort ginge, bin ich optimistisch, dass die entsprechenden Diskurse zielführender geführt werden könnten.

… Was das kostet! Können wir uns den ganzen Aufwand überhaupt leisten, den wir mit Information, Bürgerbeteiligung und Akzeptanzmanagement heute treiben?

Darauf möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Was ist denn teurer – vorher zu fragen oder nachher einen Baustopp zu haben, weil Interessen unberücksichtigt blieben? Das ist also eindeutig eine Frage der Ökonomisierung innerhalb des Projektmanagements.

… Und wann ist man erfolgreich? Wann ist – aus Ihrer Sicht – Bürgerbeteiligung tatsächlich gelungen?

Sie ist in meinen Augen erfolgreich, wenn es gelingt, in einer angemessenen Zeit zu einer klaren Entscheidung über die Realisierung eines Projekts zu kommen: dafür, dagegen oder anders.

Und dann hätten wir noch ein paar persönliche Fragen:

… Unterscheiden Sie zwischen Erfolg und Zufriedenheit?

Absolut, Erfolg und Zufriedenheit sind für mich zwei Paar Schuhe. Zufriedenheit ist viel mehr als Erfolg allein. Gibt es doch sehr zufriedene, aber mäßig erfolgreiche Menschen – und umgekehrt.

… Was wären Sie gern (beruflich), wenn Sie nicht das wären, was Sie heute sind?

Meine Prägung seit der Schulzeit ist ökonomisch und ich bin sehr zufrieden mit dem was ich tue. Aber Chemiker zu sein, das konnte ich mir auch immer vorstellen.

… Welches Hobby hätten sie gern (das Sie heute nicht ausüben)?

Ich habe mich immer sehr fürs Segeln begeistert, finde aber keine Zeit dafür.

Ein aktuelles Beispiel zu Notwendigkeit und Möglichkeiten, Partizipation zu steuern

Partizipationssteuerung: Notwendigkeit und Möglichkeiten an einem aktuellen Beispiel

Mit der Partizipation („Bürgerbeteiligung“) ist das so eine Sache. Sie ist eine gesellschaftliche Norm: es ist gut und gesellschaftlich erwünscht, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger engagieren. Auf der anderen Seite erfolgt Partizipation praktisch nie ohne akteurs- und projektspezifisches Ziel. Jeder, der Partizipation organisiert und durchführt, verfolgt damit einen Zweck. Und das ist grundsätzlich legitim. Auch deshalb muss man Partizipationsprozesse sorgfältig planen. Das schließt auch die Steuerung des Prozesses ein. Sonst kann es schnell ärgerlich werden.

In einer großen Stadt in Mitteldeutschland, der das Büro Hitschfeld sehr verbunden ist, gibt es zentrumsnah ein gründerzeitliches Quartier, in dem das Anwohnerparken eingeführt werden soll(te). Neben anderen, vorbereitenden Maßnahmen wurde durch die Kommune der – bekannte und aktive – Bürgerverein des Viertels in die Diskussion des Projekts einbezogen. Je näher der Tag des Projektstarts rückte, umso mehr Unmut machte sich – auch medial – Luft. Insbesondere meldeten sich Gewerbetreibende des Viertels, klagen, nicht gehört worden zu sein und rüde von der Verwaltung behandelt zu werden. Der Konflikt eskalierte, das Projekt musste (b.a.w.) gestoppt werden.

Bei der Entwicklung des Designs von Partizipationsprozessen trifft man oft auf das Problem der Stabilität und der Zuverlässigkeit von Bürgerengagement. Es ist eben nicht so, dass ein Bürgerverein immer alle Interessen eines Quartiers repräsentiert, es als seine Aufgabe versteht oder die Möglichkeit (Know-how, Manpower) hat, Meinungsbildung über die eigene Mitgliederschaft hinaus zu organisieren, getroffene Verabredungen zu kommunizieren und ggf. auch durchzusetzen.

Bürgerbeteiligung ist nur sehr selten mit Verhandlungen z. B. von Tarifpartnern oder Parteien vergleichbar, die sich nach geschriebenen oder ungeschriebenen, ritualisierten Regeln vollziehen und – meistens – zu einem Ergebnis führen.

Bürgerschaftliches Engagement, mehr oder weniger organisiert in Initiativen oder Vereinen, ist instabil und verfügt nicht unbedingt über das Know-how sowie die nötigen Ressourcen, seine Rolle in einem Partizipationsprozess auszufüllen. Das ist ein Problem, das Projektträger, öffentliche Verwaltungen und Politik von Beginn an berücksichtigen müssen.

Bei der Entwicklung des Designs eines Partizipationsprozesses kann man dies berücksichtigen, z. B. durch:

  • die Identifikation projektrelevanter Akteure im Projektgebiet und darüber hinaus unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessenlagen,
  • die Abschätzung der Möglichkeiten und Grenzen relevanter Akteure,
  • den Einsatz eines Sets von aufeinander bezogenen Kommunikationsmaßnahmen auf der Zeitachse,
  • den Einbau von Feedback-Schleifen in den Kommunikationsprozess,
  • die Entwicklung und Sicherung von Verfahrens- und Kommunikationskompetenz bei wichtigen Akteuren und die Bereitstellung der dafür notwendigen Ressourcen u.a.m.

Ein wesentlicher Faktor für die Akzeptanz eines Projektes ist die Legitimität des Verfahrens, mit dem es entwickelt, genehmigt und umgesetzt wird. Gerade bei Projekten des öffentlichen Interesses kann man diesen Aspekt nicht hoch genug einschätzen. Projektdesign und Steuerung von Partizipationsprozessen entscheiden deshalb in unseren Tagen nicht selten über Erfolg oder Misserfolg von Projekten.

Der PlatzHitsch: Die Papitzer Lachen

Der PlatzHitsch: Die Papitzer Lachen – fast in Leipzig

Leipzig mit seinen Parks und dem Auenwald ist eine ziemlich grüne Stadt: Vom Süden an der Rennbahn Scheibenholz bis in den Norden zum Schlosspark Lützschena kann man quer durch die City durch Wald, Wiesen, Parks, an Flussläufen entlang radeln oder wandern und muss nur hin und wieder eine Straße queren.

Geradezu Urlaubsgefühle überkommen einen, wenn man den Luppe-Damm noch etwas weiter Richtung Schkeuditz fährt oder wandert, ca. 1 km nach der Brücke am Pfingstanger (Ortslage Lützschena) nach rechts abbiegt und zwischen Damm und Elster Richtung Westen läuft: Wiesen, Wasser und Bäume – und Stille.

Ziel sind die etwas versteckt liegenden Papitzer Lachen. Früher wurde hier Lehm abgebaut, heute gehören sie zum Naturschutzgebiet „Luppeaue“ und die Wasserlöcher werden u.a. von der seltenen Rotbauchunke bewohnt. Einfach nur sitzen und Wasservögel oder Frösche beobachten…

Die Leipziger lieben ihren Auenwald, für dessen Renaturierung sich in den vergangenen Jahren vor allem die Naturschutzbehörden und -organisationen wie NABU und Grüne Liga engagiert haben. Vor einigen Jahren standen die Hochwasserschutzmaßnahmen, z.B. am Luppe-Damm, in der Kritik, als ohne ausreichende Information der Öffentlichkeit viele Bäume auf dem Damm gefällt worden sind.

Die künftige Entwicklung des Stadtwaldes – auch im Hinblick auf die wachsende Bevölkerung Leipzigs, die Veränderungen im Stadtverkehr, die forstwirtschaftliche Nutzung usw. – wird gegenwärtig kontrovers zwischen Verwaltung und NGO diskutiert. Keine schlechte Idee des Stadtrates Michael Neuhaus, die Leipziger selbst zu fragen, welchen Wald sie sich wünschen. Eine öffentlich geführte Debatte und Abwägung der Naturschutzinteressen kann mehr Verständnis für notwendige forstwirtschaftliche Maßnahmen bringen.

dena-Energiewende-Kongress 2019 in Berlin

dena-Energiewende-Kongress 2019: Grüßt täglich das Murmeltier?

Anmerkungen zum Energiewende-Kongress 2019 der dena in Berlin

Man könnte beeindruckt sein von den entschlossenen Bekundungen der Spitzenvertreter von Wirtschaft und Politik, die Energiewende voranzutreiben. Wäre da nicht das Gefühl, so etwas nicht zum ersten Mal gehört zu haben.

Jetzt also wirklich und mit vereinten Kräften? Auf der Basis des vielgescholtenen Klimapakets der Bundesregierung? Und warum sollte man den altbekannten handelnden Personen glauben, jetzt plötzlich für den Klimaschutz und die Energiewende zu brennen?

Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass ein großes Projekt auch seine Zeit hat, eine „kritische Masse“ bei der gesellschaftlichen Meinungsbildung (Fridays for Future sei Dank!) erreicht haben muss und in einer demokratischen Gesellschaft eben länger um Lösungen und Kompromisse gerungen werden muss.

Hoffnung macht, dass viele Vertreter der Wirtschaft mutiger und entschlossener zu sein scheinen, als die Politik. „Wir könnten mehr – wenn die Politik uns nur lassen würde“, hörte man vom Podium und auf den Fluren des Kongresszentrums.

Und so will der interessierte Kongressbesucher dem Vizekanzler und Finanzministier Olaf Scholz  glauben, der in seiner Eröffnungsrede davon spricht, dass beim Klimaschutz die Phase der „heißen Luft“ nun überwunden sei und es jetzt endlich zum konkreten, politischen Handeln komme.

Man möchte ihm so gern glauben…

Zur Akzeptanz-Debatte auf dem Dena-Energiewende-Kongress regte Nicole Weinhold, Chefredakteurin von ERNEUERBARE ENERGIEN, mehr Bürgerbeteiligung statt vergifteter Diskussion an. Für ihren Artikel „Wenn Politiker predigen, wie schlimm die Windkraft sei“ nimmt Sie auch Bezug auf das Impulsreferat „Partizipation als Allheilmittel?“ von Uwe Hitschfeld.

Zu Gast bei unserem Sponsor-Partner Gewandhaus Leipzig.

Zu Gast bei unserem Sponsor-Partner Gewandhaus

Die Mitarbeiter des Münsters, unseres Büros und Lunch Club Gäste haben die Generalprobe des Gewandhausorchesters Leipzig besucht. Die Musiker erarbeiteten sich unter Leitung von Lahav Shani Stücke von Mahler, HK Gruber und Weill. Es war schön, in dieser Arbeitsatmosphäre dabei zu sein. Vielen Dank an Christian Fanghänel und Nadine Knödler vom Marketing für die freundliche Vorbereitung und Begleitung.

Leipzig-Dialog zu „Rietzschke-Aue Sellerhausen“

Infomarkt in Sellerhausen

Im Auftrag des Leipziger Amtes für Stadtgrün und Gewässer haben wir eine Informations- und Beteiligungsveranstaltung zum Thema “Neugestaltung der Rietzschke-Aue Sellerhausen” konzipiert und organisiert. 

Diese neu entstandene, 18.000 qm große Fläche im Stadtteil Sellerhausen liegt uns besonders am Herzen. Über fast zwei Jahre hinweg haben wir die Verhandlungen zwischen den Wasserwerken, dem Stadtverband der Kleingärtner, dem KGV Sellerhausen und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer begleitet. Ziel ist es, in Folge der Hochwasserereignisse von 2013 die vom KGV und dessen Pächtern genutzte Fläche in eine öffentliche Grünanlage umzuwandeln, die bei künftigen Starkregenereignissen in der Lage ist, Wasser aufzunehmen und zwischen zu speichern. Gerne haben wir dann die Informations- und Beteiligungsveranstaltung zur künftigen Nutzung der Fläche konzipiert und umgesetzt.

Das Interesse aus dem sehr lebendigen Stadtteil war groß, wir am Abend erschöpft und sehr zufrieden. Mit den positiven Rückmeldungen für die Planung und den vielen Anregungen kann die Stadt nunmehr gut umgehen. Wir sind froh und zufrieden darüber und unsere Feedback-Ampel zeigte überwiegend grün.

Gastbeitrag erschienen: Chancen und Grenzen des „Partizipationsbooms“

Gastbeitrag erschienen: Chancen und Grenzen des „Partizipationsbooms“

Mehr Formen der politischen Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern haben sich heute fast alle politischen Akteure auf die Fahnen geschrieben. Die Bandbreite der befürworteten Verfahren und Gegenstände ist dabei sehr groß.

Aber führen die viele Beteiligungsformen der modernen Demokratie wirklich zu mehr Vertrauen? Gemeinsam mit Prof. Dr. Astrid Lorenz und Prof. Dr. Christian Hoffmann (beide Universität Leipzig) stellt sich Uwe Hitschfeld diese Frage in seinem Beitrag für die EnBW-Stiftung Energie & Klimaschutz.

Ihr Gastbeitrag „Chancen und Grenzen der Ausweitung von Angeboten politischer Partizipation in Deutschland“ ist Teil der demnächst bei Springer VS erscheinenden Buchveröffentlichung „Partizipation für alle und alles? – Fallstricke, Grenzen und Möglichkeiten“. Vorab zugänglich ist der Beitrag über die Plattform der Stiftung Energie & Klimaschutz.

Backen für einen guten Zweck – nämlich für unsere Bürocrew.

Backen für einen guten Zweck – nämlich für unsere Bürocrew

Wie jedes Jahr im November haben Monika Friedrich und Katharina Hitschfeld einen Berg Stollen gebacken. 18 Stück sollten reichen, um im Büro zu naschen, sich die Adventszeit angenehm zu gestalten und die Bestellliste im Kollegenkreis abzuarbeiten. Anschnitt wie immer: am 1. Advent – unsere Übung in Geduld.