Ulf Middelberg zu Gast im Mai-lunch club.

Ulf Middelberg zu Gast im Mai-lunch club

Im Mai-lunch club hatten wir Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe und Geschäftsführer der LVV, zu Gast. Als Mobilitätsdienstleister hat er uns auf eine Reise mitgenommen, in deren Mittelpunkt Künstliche Intelligenz, Frank Zappa, John Cage und lebenswerte Städte eine Hauptrolle spielten.

Analoges Debatten-Duell: Dulig vs. Kretschmer in Leipzig

Analoges Debatten-Duell: Dulig vs. Kretschmer in Leipzig

Am Mittwochabend trafen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und dessen Stellvertreter Martin Dulig (SPD) in Leipzig im „kultivierten Streitgespräch“ aufeinander. Dazu hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in die Alte Handelsbörse eingeladen. Eröffnet vom Leiter des FES-Landesbüros Sachsen Matthias Eisel und moderiert von den Journalisten Antonie Rietzschel und Michael Kraske, wurde im scheinbar antiquierten Kanzler-Duell-Format debattiert.

In eng getakteten 90 Minuten wurden die vier Themenbereiche Verkehr, innere Sicherheit, Bildung und Wirtschaft diskutiert. Für jede Frage der Moderatoren war jeweils eine Antwortminute des Angesprochenen vorgesehen. Die Lockerungsübung „Sätze vollenden“ und die Schlussworte beider Politiker zu Sachsens Zukunft bildeten den Rahmen der Debatte. Fragen, An- und Bemerkungen aus dem Publikum waren nicht zugelassen.

Der große Andrang und das durchaus lebhafte Interesse der Saalzuhörer adeln das herkömmliche regelgeleitete Format als wider Erwarten zeitgemäß. Es scheint nach wie vor ein Bedürfnis zu sein, sich einen persönlichen Eindruck von politischen Entscheidungsträgern zu verschaffen. Den Besuchern wird bei einem rein bilateralen Austausch von Gedanken und Konzepten zweier Spitzenpolitiker zwar eine weitgehend passive Rolle zugewiesen. Dennoch wird der Unterhaltungs- und Informationswert der Veranstaltung durch das unmittelbare Erlebnis und die zuweilen erfrischend kontroverse Stimmung gesteigert. Insofern erscheint das Leipziger Debatten-Duell der beiden Sympathieträger der sächsischen Politik als starkes Argument für ein Festhalten am Nebeneinander von digitalen und analogen Diskussionsformaten.

LEAG spricht über Fernwärme aus Lippendorf und Zukunft des Unternehmens

LEAG spricht über Fernwärme aus Lippendorf und Zukunft des Unternehmens

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Leutzscher Gespräche“ lud die LEAG am Montagabend ins Leipziger Hotel Lindner. Vorstand Hubertus Altmann, zuständig für das Ressort Kraftwerke, sprach über die gegenwärtige Situation der LEAG, die mittel- und langfristigen Perspektiven und die Herausforderungen, die sich dem Unternehmen durch den geplanten Kohleausstieg in Deutschland stellen.

Anlass für die Veranstaltung war sicher auch die aktuelle Debatte über die mögliche Beendigung des Fernwärmebezugs aus dem Kraftwerk Lippendorf durch die Leipziger Stadtwerke. In den kommenden zwei Monaten wird eine Entscheidung der Stadtwerke und der LVV – und damit der Stadt als Gesellschafter – erwartet, ob der Fernwärmebezug aus Lippendorf in absehbarer Zeit beendet werden soll. Der Wärmebedarf Leipzigs könnte zukünftig dann aus erneuerbaren Quellen und einem neuen Gaskraftwerk der Stadtwerke gedeckt werden.

Angesichts dieser Aussichten bemühte sich Hubertus Altmann die Bedeutung des Standorts Lippendorf für Leipzig zu betonen, die Umweltvorteile eines neuen Gaskraftwerks gegenüber dem Braunkohlekraftwerk zu relativieren und die LEAG als langfristig verlässlichen Partner für die Stadt darzustellen. Altmann beteuerte dabei mehrmals die Bereitschaft des Unternehmens, gemeinsam mit den Stadtwerken eine Lösung zu erarbeiten.

Herrn Altmanns Ausführungen zur Zukunft der Fernwärme aus Lippendorf und zur Zukunft der LEAG insgesamt zeichneten das Bild eines Unternehmens, das sich noch nicht wirklich auf die neuen Rahmenbedingungen im Energiesektor eingestellt hat. Die vorgestellten Pläne der LEAG für eine Zeit nach der Braunkohle zeigen vor allem, dass sich das Unternehmen noch nicht mit dem Kohleausstieg abgefunden hat. Das Ausstiegsdatum 2038, das im Abschlussbericht der „Kohlekommission“ genannt wird, scheint für die LEAG und ihre Muttergesellschaft, die tschechische EPH, noch nicht als ausgemacht zu gelten.

Eine Vielzahl von (Zwischen-)Fragen der anwesenden Gäste offenbarte die Größe des Meinungsspektrums hinsichtlich der Beendigung des Fernwärmebezugs aus Lippendorf und des Kohleausstiegs an sich. Hubertus Altmann bemühte sich, die LEAG als wandlungs- und damit zukunftsfähiges Unternehmen zu präsentieren, doch im Publikum blieben Zweifel.

Unter der Marke LEAG betreiben die Lausitz Energie Bergbau AG und die Lausitz Energie Kraftwerke AG Braunkohletagebaue und -kraftwerke in Sachsen und Brandenburg. Die Unternehmen gingen 2016 aus dem Verkauf der Braunkohleaktivitäten des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall an die tschechische EPH-Gruppe und die PPF Investments hervor. Die LEAG ist der zweitgrößte Stromerzeuger Deutschlands und beschäftigt knapp 8000 Mitarbeiter.